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Komplikationen & Fehlgeburten

Die Symptome einer Fehlgeburt – kannst du diese erkennen?

Schwangerschaften sind meist aufregend und besorgniserregend zur gleichen Zeit. Wie kannst Du Dir zum Beispiel in den ersten drei Monaten sicher sein, dass es hält? Gibt es bestimmte Zeichen und Symptome auf die Du achten solltest?

Zeichen wie Bluten, Spotting, brauner Ausfluss, Krämpfe oder das Ausbleiben von ‘normalen’ Schwangerschaftsanzeichen können Frauen oft verunsichern, dabei müssen sie gar nicht Zeichen etwas Schlimmeren sein. Es gibt Frauen, die trotz dieser Symptome ein gesundes Baby zur Welt bringen, und diejenigen, die trotz Ausbleiben all dieser Symptome, eine Fehlgeburt erleiden.

Manche Frauen merken gar nicht, dass sie ihr Embryo verloren haben bis sie der Arzt darauf hinweist, obwohl sie gar keine dieser Symptome hatten. Dies nennt man eine verhaltene Fehlgeburt. Sie tritt in nur etwa 1% aller Schwangerschaften auf.

Jedoch gilt, dass trotz relativ großer Fehlgeburtsrate – bis zu 25 Prozent der Schwangerschaften enden statistisch gesehen in einer Fehlgeburt – es viel wahrscheinlicher ist, dass die Geburt ohne größere Probleme vonstatten geht. (Falls Du ein wenig Aufmunterung brauchst, kannst Du die Wahrscheinlichkeiten mit diesem Rechner ausrechnen.)

Keine morgendliche Übelkeit

Es stimmt, dass das Auftreten der Schwangerschaftsübelkeit oft auf eine gesunde Schwangerschaft hindeutet: bei Frauen mit Schwangerschaftsübelkeit ist das Risiko einer Fehlgeburt etwa um zwei Drittel geringer als bei Frauen ohne dieses Symptom[1.http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2611170]. Aber nur weil einer Frau nicht übel wird, heißt das noch lange nicht, dass sie eine Fehlgeburt haben wird. Zwischen 20 und 30 Prozent aller Frauen haben gar keine Schwangerschaftsübelkeit und bekommen trotzdem gesunde Babys.

Und hierbei spielen sogar demografische Faktoren eine Rolle. Weiße Frauen neigen zum Beispiel eher zur Schwangerschaftsübelkeit als schwarze oder asiatische Frauen[2.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2713199/]. Schwarze Frauen erfahren dieses Symptom oft nur im dritten Trimester. Die Übelkeit wird außerdem oft mit jeder weiteren Schwangerschaft stärker.

Der Zeitpunkt ist auch bestimmend: eine ausbleibende Übelkeit vor der siebten Woche deutet nicht auf eine Fehlgeburt, denn erst ab der achten Woche wird das Symptom mit dem Risiko einer Fehlgeburt in Verbindung gebracht[3.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2611170]. Es kommt dabei gar nicht darauf an wie lange die Übelkeit anhält, nur darauf, dass sie bis spätestens in der achten Woche angefangen hat.

Nach dem ersten Trimester wird die Schwangerschaftsübelkeit überhaupt nicht mehr als Messwert für das Fehlgeburtsrisiko verwendet, denn dann gibt es zwischen den beiden scheinbar keinen Zusammenhang mehr. Wenn Du also eine der wenigen bist, die gar kein Problem mit Übelkeit hatte, so kannst  Du dich glücklich schätzen. Ab dem zweiten Trimester ist das Risiko einer Fehlgeburt bei Dir gleich wie bei allen anderen Frauen (weniger als ein Prozent[4.http://www.aafp.org/afp/2007/1101/p1341.html#afp20071101p1341-b1]).

Wichtig ist auch zu wissen, dass die morgendliche Übelkeit derzeit noch nicht wirklich verstanden wird – keiner weiß genau, ob sie einen eigentlichen Zweck erfüllt oder nur eine unangenehme Nebenwirkung von angestiegenen Hormonspiegeln darstellt. Obgleich es eindeutig ist, dass gesunde Schwangerschaften öfters eine Übelkeit mit sich ziehen als andere, glauben wenige Wissenschaftler daran, dass ihr Ausbleiben eine Fehlgeburt hervorrufen kann. Schließlich haben Frauen, die dagegen Medikamente nehmen, keine schlechteren Erfahrungen als jene, die es nicht tun.

Fazit: Frauen ohne Schwangerschaftsübelkeit haben öfters Fehlgeburten als die mit, aber das Ausbleiben einer Übelkeit heißt noch lange nicht, dass Du eine Fehlgeburt haben wirst.

Das Verschwinden der Schwangerschaftssymptome

Was ist, wenn Du Symptome wie Übelkeit, Erschöpfung, und Brustspannen hattest aber sie aufeinmal verschwinden? Heißt es, das Risiko einer Fehlgeburt steigt?

Fakt ist, es gibt so viele verschiedene Arten von Schwangerschaftssymptomen, dass eine Veränderung Deiner Symptome nicht als Fehlgeburts-Zeichen gedeutet werden sollte. Es stimmt, dass einige Frauen bei einer Fehlgeburt auf einmal Veränderungen ihrer Symptome beobachten, oder sich einfach nicht mehr ‘schwanger fühlen’. Es stimmt auch, dass bei einigen Frauen die Symptome verschwinden obwohl alles nach Plan läuft. Gleichzeitig gibt es Frauen, die dauerhaft sehr starke Symptome aufweisen, aber dennoch das Kind verlieren.

Normalerweise verschwinden Schwangerschaftssymptome gegen Ende des ersten Trimesters, aber bei vielen Frauen geschieht das schon früher. Manchmal verschwinden die Symptome auch und kommen dann wieder. Eine gesunde Schwangerschaft heißt nicht, dass Dir jeden Tag übel sein soll, oder Du Dich aufgebläht und müde fühlen musst. Wenn Deine Symptome allmählich nachlassen, kannst Du Dich eher glücklich schätzen. Versuche es zu genießen!

Fazit: versuche nicht zu viel in die tagtäglichen Veränderungen Deiner Schwangerschaftssymptome hineinzuinterpretieren. Es ist normal, dass Symptome während des ersten Trimesters sehr unterschiedlich ausfallen.

Bluten oder Spotting

Spotting während einer Schwangerschaft, kann wirklich einen Schreckmoment auslösen, aber es muss trotzdem nicht heißen, dass Du eine Fehlgeburt hast, sogar wenn das Bluten stark ist und es Gerinnsel beinhaltet. Eigentlich kommt Spotting während der Schwangerschaft relativ häufig vor und ist normalerweise gutartig. Jedoch kannst Du den Grund dahinter nicht ohne weitere Tests herausfinden, darum solltest Du unbedingt mit Deinem Arzt darüber sprechen.

Bluten oder Spotting kann zum Beispiel durch eine Reizung des Gebärmutterhalses oder eine Infektion verursacht werden. Auch ein Bluterguss um das Chorion, auf englisch “subchorionic hematoma” genannt, kann die Ursache dafür sein. Manchmal findet man den Grund für das Spotting gar nicht erst heraus. Solange aber alles auf dem Ultraschall gut aussieht, geht es auch Deinem Baby gut.

Fazit: Spotting oder Bluten während der Schwangerschaft kann erschreckend sein, aber es muss nicht heißen, dass Du eine Fehlgeburt hast.

Krämpfe

Die meisten Frauen spüren zumindest leichtes Krampfen gegen Anfang der Schwangerschaft. Dies kann mehrere Gründe haben. Die Erweiterung der Gebärmutter während des ersten Trimesters kann eigenartige Gefühle oder periodenartige Krämpfe im Unterleib auslösen.

Schmerzen aufgrund von Blähungen können ebenfalls Krämpfe verursachen. Ein hoher Progesteronspiegel verlangsamt die Verdauung während der Schwangerschaft, dadurch wird es schwieriger große Mahlzeiten zu verarbeiten. Obwohl es nur Blähungen sind, können sie überraschend intensiv und schmerzhaft sein!

Fazit: Krämpfe an sich sind normalerweise kein Anzeichen einer Fehlgeburt. Solltest Du aber auch noch Blutungen haben, kontaktiere bitte Deinen Arzt.

Der Schwangerschaftstest wird nicht dunkler

Schwangerschaftstests suchen nach dem humanen Choriongonadotropin Hormon, kurz hCG. In den ersten Wochen einer Schwangerschaft steigt dieses Hormon sehr schnell an: meist verdoppelt sich die Menge alle 48 Stunden. Langsam ansteigende Werte können ein Zeichen einer Fehlgeburt oder einer ektopischen Schwangerschaft (eine Schwangerschaft, die sich außerhalb der Gebärmutter entwickelt) sein.

Wenn Du den Test wenige Tage vor Deiner ausbleibenden Periode machst, kann die zweite Linie relativ hell sein. Sie sollte aber immer dunkler werden, je weiter der hCG-Spiegel ansteigt. Wenn diese zweite Testlinie nie dunkler wird oder sogar beginnt heller zu werden, könnte das ein Anzeichen einer biochemischen Schwangerschaft sein – eine sehr frühe Fehlgeburt.

Aber nur weil der Test nicht dunkler wird, heißt das nicht, dass Deine Schwangerschaft verloren ist. Die Tests sind nicht so präzise in ihrer Messung des hCG-Wertes wie Bluttests und können auch durch Faktoren wie der Sättigung Deines Urins beeinflusst werden.

Außerdem sind Schwangerschaftstests ab der siebten Woche (drei Wochen nach dem Ausbleiben Deiner Periode) aufgrund des sogenannten “Hook-Effekts” nicht mehr zuverlässig. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das hochkonzentrierte hCG leicht verändert, sodass die Tests es nicht mehr richtig erkennen können. Somit können Schwangerschaftstests nach den ersten Wochen heller oder sogar negativ ausfallen. Du kannst auf den Hook-Effekt testen indem Du Deinen Urin mit etwas Wasser verdünnst und nochmal testest – jetzt sollte das Ergebnis dunkler sein.

Fazit: Schwangerschaftstests, die nicht dunkler werden, könnten ein Anzeichen einer biochemischen Schwangerschaft sein, aber es gibt auch andere Gründe warum das passieren kann.

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