Bedeutet PCOS Unfruchtbarkeit?

PCOS oder das polyzystische Ovarialsyndrom tritt bei ungefähr jeder zehnten Frau auf. Dieser häufig vorkommende Zustand führt zu einem Ungleichgewicht der Hormone und ist für fast ein Drittel aller Fälle von Unfruchtbarkeit verantwortlich.

PCOS lässt sich jedoch, je nach dem Schweregrad des Problems, behandeln und eine Schwangerschaft ist grundsätzlich möglich. Dieser Artikel deckt Folgendes ab:

  • Was ist PCOS und welche Symptome treten dabei auf?
  • Welche Auswirkungen hat dieses Problem auf die Fruchtbarkeit?
  • Wie kann man es behandeln?
  • Kann das Ava-Armband für Frauen mit PCOS nützlich sein?

Was ist PCOS?

PCOS steht für polyzystisches Ovarialsyndrom und wenngleich diese Bezeichnung zur Annahme führen könnte, dass es auf mehrere Zysten am Eierstock hinweist, ist es eigentlich eine Fehlbezeichnung, da PCOS nichts mit Eierstockzysten zu tun hat.

Als Zyste bezeichnet man einen mit Flüssigkeit gefüllten Beutel, der überall im Körper wachsen kann, unter anderem auch am Eierstock. Diese Eierstockzysten müssen häufig nicht operativ entfernt werden, außer wenn sie reißen, und sie bereiten auch keine Probleme beim Schwangerwerden. Bei PCOS sind die sogenannten „Zysten“ allerdings in Wirklichkeit Follikel mit einem abnormen Wachstum, die zu einem Hormonungleichgewicht und zu Fruchtbarkeitsproblemen führen.

Was die Sache noch komplizierter macht, ist, dass bei PCOS nicht immer abnormes Follikelwachstum auftritt; es ist also möglich, diese Störung ohne diese Auswüchse zu haben.

Tatsächlich kann schon das Vorhandensein von zwei oder drei der folgenden Symptome auf diese Hormonstörung hinweisen:

  1. vergrößerte Eierstöcke mit mehreren wachsenden Follikeln
  2. übermäßige Androgenproduktion (das primäre Androgen ist Testosteron)
  3. unregelmäßige Monatszyklen oder das Ausbleiben der Regelblutung

Welche Symptome treten bei PCOS auf?

Die Symptome von PCOS können sich von Frau zu Frau stark unterscheiden. Bei manchen Frauen treten die Symptome kurz nach ihrer ersten Monatsblutung auf, bei anderen Frauen erst im späteren Jugendalter oder dem frühen Erwachsenenalter. Die Symptome können sich auch im Schweregrad stark unterscheiden. Manche Frauen haben fast unmerkliche Anzeichen und sind sich der Symptome nicht bewusst, während andere Frauen sie sehr deutlich wahrnehmen. Die folgenden Symptome sind mit dieser Hormonstörung verbunden:

  • unregelmäßige Monatszyklen oder das Ausbleiben der Regelblutung
  • Hirsutismus, also abnormaler Haarwuchs an ungewöhnlichen Stellen, zum Beispiel im Gesicht, am Rücken, an den Daumen, den Zehen, der Brust oder dem Bauch
  • Haarausfall
  • Unfruchtbarkeit
  • Gewichtszunahme
  • Akne
  • Launenhaftigkeit
  • Beckenschmerzen
  • Schlafprobleme
  • Kopfschmerzen

Wie erkenne ich, dass ich PCOS habe?

Es gibt in der Medizin zurzeit keinen Test, der mit Sicherheit Auskunft geben kann, ob eine Patientin PCOS hat oder nicht, aber die Ärzte können einen oder mehrere der folgenden Tests durchführen, um die Wahrscheinlichkeit dieser Störung zu beurteilen:

Test Was er dir über PCOS sagen kann
Ultraschall des Unterbauchs Abnorme Auswüchse an den Eierstöcken, die typischerweise wie Perlen aussehen, können mit Ultraschall sichtbar gemacht werden.
Hormonwerte im Blut Die Hormonwerte im Blut können zeigen, ob ein Hormonungleichgewicht vorliegt. Die Eierstöcke produzieren Östrogene, Progesteron und geringe Mengen von Testosteron; größere Mengen von Testosteron können ein Anzeichen für PCOS sein.
Glukosewerte im Blut Eine Insulinresistenz und abnorme Glukosewerte im Blut sind mit PCOS verbunden.
Familiengeschichte Die Genetik spielt bei dieser Krankheit eine Rolle. Dein Arzt wird dich daher fragen, ob andere Frauen in deiner Familie ähnliche Probleme gehabt haben.
Körperliche Untersuchung Ein Hormonungleichgewicht kann zu körperlichen Symptomen wie abnormalem Haarwuchs, Akne und Gewichtszunahme führen.
Gynäkologische Untersuchung Dabei wird das Vorhandensein von Auswüchsen an den Eierstöcken untersucht und geprüft, ob die Gebärmutterschleimhaut dicker ist als normal (wenn deine Regelblutung nicht regelmäßig kommt, könnte sich das am Aufbau der Gebärmutterschleimhaut zeigen).

Was sind die Risikofaktoren für PCOS?

Forscher verstehen zwar immer noch nicht ganz, warum es zum PCOS kommt, aber die Forschung deutet auf zwei hauptsächliche Risikofaktoren hin:

  1. Genetik: Wenn eine nahe Verwandte von dir (Mutter oder Schwester) PCOS hat, erhöht sich dadurch auch für dich das Risiko, daran zu erkranken.
  2. Gewicht: Adipositas kann das PCOS-Risiko leicht erhöhen. Manche Forscher gehen von der Hypothese aus, dass zu viel Körperfett die Hormonproduktion stören kann, doch der Zusammenhang scheint komplizierter zu sein als eine direkte Erhöhung des Risikos mit zunehmendem Gewicht. Bei einer Studie an 675 Frauen wurde die folgende Prävalenz von PCOS im Verhältnis zum Gewicht festgestellt 1 :
Gewicht Prävalenz1
Untergewicht (BMI < 18,9) 8,2 %
Normal (BMI 19,0 – 24,9) 9,8 %
Übergewicht (BMI 25,0 – 29,9) 9,9 %
Leichte Adipositas (BMI 30,0 – 34,9) 5,2 %
Mäßige Adipositas (BMI 35,0 – 39,9) 12,4 %
Schwere Adipositas (BMI > 40,0)  11,5 %

Was geschieht bei PCOS mit den Hormonen?

Charakteristisch für PCOS ist eine Überproduktion des Gelbkörperhormons (LH), das wiederum die Eierstöcke zu einer übermäßigen Produktion von Testosteron veranlasst (normalerweise produzieren sie nur sehr wenig davon). Übermäßig viel LH und Testosteron stört die Funktion der Eierstöcke und verhindert bei Frauen mit PCOS einen regelmäßigen Eisprung.

Diese hormonellen Ungleichgewichte hindern die Follikel in den Eierstöcken daran, richtig zu reifen. Statt dass jeden Monat ein dominierendes Ei heranreift und schließlich bei der Ovulation ausbricht, bleiben die sich entwickelnden Follikel in den Eierstöcken gefangen. Nach einiger Zeit haben sich so viele Follikel im Eierstock angesammelt, dass sich eine Zyste zu bilden beginnt. Schließlich bildet sich um den Außenbereich des Eierstocks auch noch eine Verhärtung, die den Eisprung noch mehr behindert.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei PCOS?

Leider gibt es bisher kein Heilmittel für PCOS. Eine Kontrolle dieser Erkrankung ist wichtig für die Erhaltung der Fortpflanzungsgesundheit, aber da die Symptome auch während der Wechseljahre nicht verschwinden, ist eine Kontrolle der Symptome das ganze Leben über wichtig, nicht nur während der fruchtbaren Jahre.

Für die Kontrolle der körperlichen Symptome gibt es Behandlungen und Maßnahmen zur Verbesserung der körperlichen Gesundheit:

  • Veränderungen des Lebensstils: Zur Reduzierung des Körpergewichts und der Insulinresistenz wird dir dein Arzt vielleicht etwas mehr Bewegung und eine Verringerung der Kalorienaufnahme empfehlen. Bei manchen Frauen reicht es, die Probleme mit der Insulinresistenz zu beseitigen, um die Symptome zu mildern, aber nicht bei allen Frauen erfolgt eine vollständige Besserung.
  • Hormonelle Intervention: Zur Behandlung des Hormonungleichgewichts kann dein Arzt eine Kombinationsantibabypille oder eine Progestintherapie empfehlen.
  • Anti-Androgen-Behandlungen: Zur Milderung von übermäßigem Haarwuchs kann dein Arzt Medikamente zur Blockierung der Auswirkungen von Androgenen verschreiben. Das könnten Medikamente zum Einnehmen oder zum Auftragen auf die Haut sein. Auch die Antibabypille kann die Androgenproduktion verringern und übermäßigen Haarwuchs kontrollieren.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass sowohl hormonelle Eingriffe als auch Anti-Androgen-Behandlungen eine Schwangerschaft verhindern werden. Wenn du also versuchst, schwanger zu werden, und PCOS hast, lies weiter, denn der folgende Abschnitt erklärt Behandlungsmöglichkeiten, bei denen die Fruchtbarkeit erhalten bleibt.

Kann ich trotzdem schwanger werden, wenn ich PCOS habe?

Die Antwort ist JA! Wenngleich PCOS die häufigste Ursache für die Unfruchtbarkeit von Frauen ist, ist es durchaus möglich, trotz dieser Erkrankung schwanger zu werden. Wenn du Schwierigkeiten hast, schwanger zu werden und an dieser Erkrankung leidest, liegt es wahrscheinlich an den anovulatorischen Zyklen, also den Monatszyklen ohne Eisprung und mit Durchbruchblutungen.

Damit es wieder zum Eisprung kommt, kann man diese Behandlungen vornehmen, um einen Eisprung herbeizuführen:

  • Clomid ist ein Medikament zum Einnehmen, das auf das Östrogensystem einwirkt und die Abscheidung von GnRH erhöht, um den Eisprung herbeizuführen.
  • Letrozol ist auch ein Medikament zum Einnehmen, das die Östrogenproduktion blockiert und dadurch dem Hypothalamus signalisiert, die Produktion des follikelstimulierenden Hormons (FSH) zu erhöhen, was den Eisprung herbeiführen kann.
  • Metformin wird verwendet, um Diabetes zu kontrollieren, und kann zur Milderung der Insulinresistenz beitragen.

Kann Bewegung meine Fruchtbarkeit verbessern, wenn ich PCOS habe?

Die Antwort ist möglicherweise Ja. Eine klinische Versuchsreihe aus dem Jahr 2015 untersuchte 149 Frauen mit PCOS und verschrieb ihnen randomisiert entweder Bewegungsübungen, eine Antibabypille oder eine Kombination dieser beiden. Nach vier Monaten durchliefen diese Frauen die Einleitung eines Eisprungs und hatten zu einem vorab berechneten Zeitpunkt Geschlechtsverkehr, um zu empfangen. Unter den drei Behandlungsoptionen war die Zahl der Eisprünge bei den Frauen, die entweder nur Bewegungsübungen gemacht hatten (60 % der Frauen) oder Bewegung mit der Pille kombiniert hatten (67 %) wesentlich höher als bei den Frauen, die nur die Pille genommen hatten (46 %). Auch die Zahl der Lebendgeburten war bei den Frauen, die Bewegungsübungen gemacht hatten, höher, doch erreichte der Unterschied keine statistische Signifikanz2.

Obwohl Bewegung sich offenbar positiv auf den Eisprung und die Fruchtbarkeit auswirkt, scheint sie nicht in jedem Fall zu nützen. Sprich mit deinem Arzt darüber, ob Bewegung für dich die richtige Wahl darstellt, wenn du dich bemühst, schwanger zu werden.

Führt PCOS zu Komplikationen während der Schwangerschaft?

Bei PCOS besteht ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt sowie von Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes. Wenn du diese Erkrankung hast und schwanger bist, sprich mit deinem Geburtshelfer darüber, welche Sicherheitsmaßnahmen du während deiner Schwangerschaft vornehmen kannst.

Kann mir Ava helfen, wenn ich PCOS habe?

Viele Frauen mit PCOS fragen, ob sie Ava als Hilfe nutzen können, um schwanger zu werden. Wir verstehen, warum sie diese Frage stellen: Die gegenwärtig vorhandenen Möglichkeiten zur Nachverfolgung der Fruchtbarkeit lassen sich nur schwer nutzen, wenn du diese Erkrankung hast. Ein Gerät, dass dir sagen könnte, wann du deine fruchtbaren Tage hast, ohne jeden Morgen die Temperatur messen zu müssen oder eine Unmenge von Ovulationstests zu machen, wäre wirklich toll!

Wir müssen jedoch ganz klar sagen, dass das Ava-Armband bisher nicht klinisch an Frauen mit PCOS getestet worden ist und daher können wir keine Behauptungen aufstellen, ob es bei dieser Erkrankung nützlich ist. Zurzeit führt Ava eine klinische Studie für PCOS und unregelmäßige Zyklen am Universitätskrankenhaus von Zürich durch. Wir wissen, dass es für Frauen in dieser Situation wichtig ist, eine zuverlässige Methode zur Nachverfolgung ihres Zyklus zu haben. Wir hoffen, bald eine Aktualisierung des Algorithmus von Ava für PCOS bzw. unregelmäßige Zyklen freigeben zu können.

Je nach deinem persönlichen PCOS-Fall können die Daten vom Ava-Armband für deine Zyklen wertvolle Informationen liefern. Avas Funktion für die Ermittlung der fruchtbaren Tage ist nur für Menstruationszyklen mit einer Länge von 24 bis 35 Tagen zuverlässig. Wenn deine Zyklen innerhalb dieser Bandbreite liegen oder wenn du Fruchtbarkeitsbehandlungen durchführst, die dir zum Eisprung verhelfen, kann Ava dir wahrscheinlich helfen. Wir hoffen, für die verschiedenen Arten von PCOS bald bessere Daten und Funktionen zur Verfügung zu haben.

Find Your Fertile Window - Order Now

Ava for healthcare professionals

Please confirm that you are a healthcare professional or researcher

I am a healthcare professional

I am interested in Ava for personal use

ENTDECKE AVA | JETZT BESTELLEN

Jade & Tanner Got Pregnant with Ava!

Thank you everyone for all the support and for sharing your stories since we announced our pregnancy on Wednesday! We are so excited! For those of you who have been following us for a while, you may have seen our past post back in November about using the @avawomen bracelet to help us get pregnant faster. We got pregnant really soon after we started using Ava! I wore the bracelet every night while sleeping and Ava told us which five days were the best days to try for a baby each month. It took so much stress out of the process and was so easy to use. Since so many of you have kindly opened your hearts to me and have shared your stories about trying to get pregnant, I wanted to share what worked for us. Also, I've partnered with Ava to get you all a $20 off coupon code: JANNERBABY I'll be using Ava for all our future pregnancies and cycle tracking between babies. Thank you, Ava.

Mamiblock Got Pregnant with Ava!

@Mamiblock​ benutzt nun auch Ava! Hier ein kleiner Ausschnitt aus Julias Beitrag auf Youtube in dem sie erklärt, wie Ava funktioniert! Wir sind gespannt, wie es weiter geht mit Ava und Julia! Einen erholsamen Samstag Euch allen!

Wenn Du auf der Seite weitersurfst, stimmst Du der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos

Diese Seite verwendet eigene und externe Cookies, um den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Falls Du Deine Cookie-Einstellungen einsehen oder verändern möchtest, klicke hier.

Dichtbij