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Einnistungsblutung in der Lutealphase. Tatsache oder Mythos?

Sieht man helle oder auch bräunliche Schmierblutungen in den Tagen, bevor die Periode fällig ist, fragt man sich, ob es sich um eine Einnistungsblutung handeln könnte. Dieses leichte Spotting gilt als frühes Anzeichen einer Schwangerschaft. Es tritt während des Einnistungsfensters (6 – 12 Tage nach dem Eisprung) auf, und es wird behauptet, dass es durch das Ei, dass sich in die Gebärmutterwand einnistet, hervorgerufen wird.[1.http://americanpregnancy.org/getting-pregnant/what-is-implantation-bleeding/].

Aber da Spotting während der Lutealphase auch häufig vorkommt, wenn keine Schwangerschaft vorliegt, wie soll man dann den Unterschied zwischen normalen Spotting in der Lutealphase und einem echten Einnistungszeichen erkennen? Die Antwort ist: man kann es nicht. Vielmehr könnte die ganze Vorstellung einer Einnistungsblutung ein Mythos sein.

Was verursacht Spotting während der Lutealphase?

Spotting während der Lutealphase ist ein normales Merkmal in einigen Menstruationszyklen. Manche Frauen spotten in jedem Zyklus und andere nur selten. Es wird in der Regel durch den Östrogenanstieg in der mittleren Lutealphase verursacht, der zu einem kurzen Einbruch des Progesteronspiegels führt.

An sich hat das Spotting während der Lutealphase keine schlüssige Bedeutung. Es kann vorkommen, wenn der Progesteronspiegel zu niedrig ist, aber es kann bei einem völlig normalen Progesteronspiegel passieren. Es kann bei einer Schwangerschaft vorkommen, und es kann auch passieren, wenn keine vorliegt.

Spotting kann auch in der sehr frühen Schwangerschaft noch vor dem Ausbleiben der Regel auftreten. Eine Studie fand heraus, dass etwa neun Prozent der Frauen bereits in der frühen Schwangerschaft, in der Zeit ihrer erwarteten Regel, Spotting erlebt haben. Das Spotting war normalerweise nicht ausgeprägt genug, um mit einer Periode verwechselt zu werden.  Meist trat es auch nicht am Tag der Einnistung auf.[2.“Vaginal bleeding in very early pregnancy,“ E.W. Harville A.J. Wilcox D.D. Baird C.R. Weinberg. Human Reproduction, Volume 18, Issue 9, 1 September 2003, Pages 1944–1947, https://doi.org/10.1093/humrep/deg379].

Ist Spotting ein Anzeichen für eine Schwangerschaft?

Etwas Einnistungsblutung zu nennen, ist im Nachhinein natürlich immer etwas einfacher. Wenn in einem Nichtschwangerschaftszyklus Spotting auftritt, nennen wir es eben nur Spotting. Aber wenn es in einem Schwangerschaftszyklus auftaucht, nennen wir es eine Einnistungsblutung.

Angesichts der hohen Häufigkeit von Spotting sowohl in Zyklen in denen eine Schwangerschaft aufgetreten ist, als auch in solchen in denen keine auftritt, ist es fast unmöglich zu wissen, ob Spotting mit der Einnistung zusammenhängt. Und es gibt gute Gründe für die Annahme, dass dies nicht der Fall ist.

Warum? Nun, zum einen ist Spotting häufiger in Zyklen, in denen keine Schwangerschaft auftritt. Und wenn man darüber nachdenkt, macht das auch viel Sinn. Spotting wird in der Regel durch einen Rückgang des Progesterons verursacht (weil Progesteron das Hormon ist, das hilft, die Gebärmutterschleimhaut zu erhalten). Wenn die Einnistung erfolgreich war, würde die hCG-Sekretion helfen, sicherzustellen, dass der Progesteronspiegel überhaupt nicht abfällt. Die Studie, auf die oben verwiesen wurde, fand „keine Unterstützung für die Hypothese, dass die Einnistung vaginale Blutungen (Einnistungsblutung) erzeugen kann“.[3.“Vaginal bleeding in very early pregnancy,“ E.W. Harville A.J. Wilcox D.D. Baird C.R. Weinberg. Human Reproduction, Volume 18, Issue 9, 1 September 2003, Pages 1944–1947, https://doi.org/10.1093/humrep/deg379]

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