Pränatale Vitamine: Was musst du wissen und was vermeiden?

Sind pränatale Vitamine während der Schwangerschaft notwendig? Man sagt, dass schwangere Frauen pränatale Vitamine einnehmen sollen, um die gesunde Entwicklung ihres Babys zu gewährleisten. Allerdings kann es bei der vielen Auswahl, die es derzeit auf dem Markt gibt, oft schwierig sein zu wissen was man genau einnehmen soll und vor allem wieviel davon. Um es noch umständlicher zu gestalten, hängt die Wirkung der Vitamine oft mit Deiner Ernährung und Deinem Gewicht zusammen.

Solltest Du Dich also für pränatale Vitamine entscheiden?

Kurz gesagt, JA. Aber es gibt einige Dinge die Du dabei beachten solltest. Dieser Beitrag gibt Dir die wissenschaftliche Grundlage, um es Dir hoffentlich leichter zu machen, die richtigen Vitamine herauszusuchen.

Bevor Du pränatale Vitamine einnimmst, solltest Du deren Gebrauch verstehen

Bevor Du irgendwelche Vitamine zu Dir nimmst, seien es spezifische Vitamine oder Multivitamine, solltest Du versuchen zu verstehen was genau diese Vitamine bewirken. Vitamine sind Nährstoffe, die der Körper zwar nicht selbst produziert aber dennoch für seine Tätigkeiten benötigt. Das bedeutet, dass wir sie von außen zu uns nehmen müssen, sei es durch die Ernährung oder durch Nahrungsergänzungsmittel.

Falls Du Dich ausgewogen ernährst, nimmst Du gegebenenfalls schon ausreichend Vitamine zu Dir. Falls Du jedoch gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch bist oder Unverträglichkeiten hast, (wie zum Beispiel eine Laktose-Unverträglichkeit) oder Du Dich vegan oder vegetarisch ernährst, so kann es sein, dass Du von gewissen Vitaminen nicht genügend einnimmst. Dabei kann Dir ein Nahrungsergänzungsmittel helfen.

Während der Schwangerschaft benötigt der Körper höhere Mengen an Vitaminen, um das Wachstum des Kindes zu gewährleisten. Es kann schwierig sein diesen extra Bedarf alleine durch die Ernährung zu decken, vor allem bei Frauen, die auch noch mit der Schwangerschaftsübelkeit oder mit einer eingeschränkten Ernährung zu kämpfen haben. Darum wird schwangeren Frauen und denjenigen die versuchen schwanger zu werden oft empfohlen, zusätzlich pränatale Vitamine zu sich zu nehmen.

Nimm nicht zu viel, denn es kann auch bei Vitaminen zu einem schädlichen Übermaß kommen

Vielleicht kennst Du die alte Weisheit, dass Vitamine niemals schaden können, oder dass man niemals zu viel an Vitaminen zu sich nehmen kann. Leider stimmt das nicht ganz.

Bei manchen Vitaminen kann ein Überschuss gefährlich sein. Zum Beispiel kann ein Übermaß an Kalzium, Vitamin A, Vitamin D und Eisen schädlich und sogar tödlich sein. Bei Andren, wie etwa der Folsäure, ist man sich bei der Auswirkung einer Überdosierung noch nicht schlüssig.

Andererseits kann ein Vitaminmangel auch nachteilige Wirkungen mit sich ziehen. So kann ein Mangel an Folat zum Neuralrohrdefekt bei Babys führen, während zu wenig Vitamin A mit Blindheit in Verbindung gebracht wird. Vitamin-Ergänzungsmittel, soweit Du sie benötigst, können dabei helfen solche Erscheinungen zu eliminieren.

Wie weißt Du also wie viel eines bestimmten Vitamins Du zu Dir nehmen sollst? Diese Tabelle zeigt Dir die empfohlene Menge und die maximale Dosis der jeweiligen Vitamine während der Schwangerschaft.

Natürlich ist es trotzdem schwierig die Balance zwischen zu viel und zu wenig bei jedem Vitamin zu finden. Wenn Du Dich sowieso schon ausgewogen ernährst, solltest Du Dich auf die Vitamine Folat, Vitamin D, Kalzium und Eisen konzentrieren. Du kannst auch Deinen Arzt bitten, Dich auf Mangelerscheinungen zu testen, wie zum Beispiel die Anämie (zu wenig Eisen). Daran kannst Du Deine Dosierung dann ebenfalls richten.

Die gute Nachricht ist, dass es sehr selten vorkommt, dass man durch die Ernährung alleine, oder die Einnahme eines einzigen Multivitamins (oder pränatalen Vitamins) die vorgegebene gesunde Vitaminmenge überschreitet. Jedoch solltest Du mit der Einnahme von mehreren verschiedenen Vitamin-Ergänzungen vorsichtig umgehen. Zeichen, auf die Du dabei achten solltest sind Magenprobleme, Hautveränderungen, Muskelschwäche oder ein erhöhter Herzschlag. Kontaktiere dabei sofort Deinen Arzt. (Eine vollständige Liste von Anzeichen einer Vitaminüberdosis findest Du hier).

Nimm Folat aber sei Dir im Klaren, dass es einen Unterschied zwischen Folat und Folsäure gibt

Folat ist eines der wichtigsten pränatalen Vitamine; es hilft bei der Schließung des Neuralrohrs, aus dem später das Gehirn und die Wirbelsäure entstehen. Bei niedrigen Folat-Werten kann das Neuralrohr sich nicht richtig schließen, was das Risiko von Geburtsfehlern wie der Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung) mit sich bringt und in den schlimmsten Fällen sogar zum Tod führen kann. Aus diesem Grund wird Frauen oft geraten, ihre Folat Zufuhr zu erhöhen und zwar nicht erst während sondern sogar schon vor der Schwangerschaft. Zusätzlich zum Neuralrohrdefekt tragt ein niedriger Folatspiegel auch zu erhöhtem Risiko von Depression und Anämie bei1 and anemia2.

Wichtig ist aber zu verstehen, dass Folat (auch 5-MTHF, oder Calcium-L-Methylfolat genannt) etwas entscheidend Anderes ist als Folsäure. Folat kommt im grünen Blattgemüse und in Hülsenfrüchten vor. Folsäure kommt in der Natur gar nicht vor, sondern ist die künstlich erzeugte Version von Folat. In vielen Ländern wird es zu Getreide und Müsli beigemischt. Pränatale Vitamine beinhalten Folsäure normalerweise ebenfalls.

Der große Unterschied zwischen der natürlichen und künstlich erzeugten Art von Folat zeigt sich darin, wie es sich im Körper verhält3.

Das natürliche Folat kann sofort bei biologischen Prozessen mitwirken, die künstlich erzeugte Folsäure jedoch nicht. Die Leber muss Folsäure erst in Folat umwandeln, bevor sie verwendet werden kann. Dies ist bei kleineren Mengen an Folsäure durchaus machbar, wenn die Menge aber zu groß wird, kann die Leber nicht mehr mithalten. Dadurch bleibt Folsäure in unabgebauter Form zurück, was für den Zellzyklus nicht besonders nützlich ist und sogar Nebenwirkungen haben kann – obwohl sich die Wissenschaft darüber uneinig ist4. Außerdem kann ein Überschuss an Folsäure die Feststellung eines Vitamin B12 Mangels erschweren. Dies ist jedoch wichtig um Anämie und neurologische Störungen erfassen zu können. Normalerweise wird Frauen geraten zwischen 0.4mg (auch 400 Mikrogramm) und maximal 1mg (1000 Mikrogramm) Folsäure zu sich zu nehmen. Alles darüber kann einen Vitamin B12 Mangel verdecken.

Folathaltiges Essen ist also auf jeden Fall wichtig um die Folat-Werte zu erhöhen. Ansonsten gibt es Folat noch als Präparat (vor allem 5-MTHF, oder Calcium-L-Methylfolat), das den Folatspiegel genauso gut anheben kann wie Folsäure5. Aufgrund von moralisch bedingten Einschränkungen rund um die Entwicklungsforschung gibt es allerdings keine klinischen Beweise über die positive Wirkung von Folat-Präparaten auf den Neuralrohrdefekt.

Warte nicht bis zur Schwangerschaft um pränatale Vitamine einzunehmen

Wann ist der beste Zeitpunkt pränatale Vitamine einzunehmen? Manche der Vitamine solltest Du schon beim Versuch schwanger zu werden einnehmen, wie zum Beispiel die Folsäure und Folat.

Wie eben beschrieben, spielt Folat eine entscheidende Rolle bei der Schließung des Neuralrohrs. Dieser Prozess spielt sich bereits vor dem 28. Schwangerschaftstag ab – bevor viele Frauen überhaupt wissen, dass sie schwanger sind. Nach dem ersten Monat der Schwangerschaft kann eine Erhöhung des Folatspiegels einen solchen Geburtsfehler nicht mehr verhindern.

Es ist wichtig, den Folatspiegel vor der Schwangerschaft zu steigern damit genügend Folat vorhanden ist, um das Neuralrohr zu schließen. Zurzeit wird Frauen gesagt, dass sie zumindest einen Monat vor der Schwangerschaft 0.4mg zusätzlich an Folsäure zu sich nehmen sollen, und das bis zum Ende des ersten Trimesters.

Danach ist man sich derzeit nicht im Klaren ob es notwendig ist, Folsäure weiterhin einzunehmen, jedoch benötigt eine Schwangerschaft in jedem Fall hohe Mengen an Folat. Frauen können zum Beispiel ihre eigenen Reserven durch das Wachstum des Babys und die anderen biologischen Prozesse völlig aufbrauchen. Sprich am besten mit Deinem Arzt darüber, ob die weitere Einnahme von Folsäure und Folat für Dich das Richtige ist.

Ermutige auch Papa dazu seine Vitamine zu nehmen

Werdende Väter sind nicht ausgenommen! Spermien tragen 50% zum genetischen Aufbau des Babys bei, darum sind gesunde Spermien wichtig. Folsäure ist offenbar sowohl für Mütter als auch für Väter wichtig. Eine klinische Studie hat ergeben, dass Männer mit höheren Folatwerten ein besseres Sperma und weniger genetische Auffälligkeiten hatten6.

Eine weitere Rezension von vorhandenen klinischen Studien hat ergeben, dass Zink und Folat die Spermakonzentration erhöhen können7. Niedrige Folsäure-Werte könnten auch Probleme mit der Fruchtbarkeit bei übergewichtigen Männern erklären8. Leider gibt es trotz einfacher Zusammenhänge zwischen Vitaminen und der Fruchtbarkeit bei Männern wenige klinische Studien über wie genau sich die beiden gegenseitig beeinflussen. Nichtsdestotrotz sollten beide Partner mit ihren Ärzten über die Vitamineinnahme sprechen.

Behalte deinen BMI im Auge und spreche mit Deinem Arzt über eventuelle Einschränkungen bei pränatalen Vitaminen

Pränatale Vitamine wurden auch mit einem niedrigeren Risiko der Präeklampsie (Schwangerschaftsintoxikation) in Verbindung gebracht. Aber man sollte nie vergessen, dass die Wirkung von Vitaminen sehr stark vom vor-schwangerschaftlichen BMI der Frau beeinflusst wird. Zwei große Studien haben ergeben, dass die reguläre Einnahme von Multivitaminen vor der Schwangerschaft (bei der Empfängnis) das Risiko einer Präeklampsie und Frühgeburt stark verringern. Allerdings nur bei Frauen mit einem BMI-Wert von unter 25 und nicht bei denen darüber9; 10.

Dies zeigt, dass pränatale Vitamine bei Frauen mit unterschiedlichen BMI-Werten unterschiedliche Wirkungen erzielen. Übergewichtige Frauen (mit einem BMI von mehr als 25) sollten deshalb unbedingt mit ihrem Arzt über die Einnahme von Vitaminen sprechen, und die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft stets unter Beobachtung halten.

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  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17568057
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14960902
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23482308
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25580388
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12081832
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18353905
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28853101
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29313750
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12730485
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21795441

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