Macht Endometriose unfruchtbar? Die Wahrheit zu Deinen Optionen findest Du hier

Lena Dunham, die Erschafferin der TV-Serie Girls, verriet dieses Jahr, dass sie sich die Gebärmutter entfernen ließ um dem qualvollen Leiden rund um ihre Endometriose ein Ende zu bereiten.
Die Entscheidung der gerade mal 31-Jährigen war höchst umstritten, denn es hat sie letzten Endes unfruchtbar gemacht.
Jedoch erklärte Dunham, dass sie trotz dem Verlust ihrer Fruchtbarkeit mit ihrer Entscheidung zufrieden war, denn es bedeutete das Ende einer langen qualvollen Zeit in der ihr Leben zunehmend eingeschränkt war.
Falls auch Du an schlimmen Krämpfen und Schmerzen im Unterleib leidest, vor allem während Deiner Periode, oder falls Du Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs hast, so könnten dies Symptome einer Endometriose sein. Jedoch kann die Krankheit auch völlig symptomlos ausfallen. Und es gibt dabei einen Zusammenhang mit Unfruchtbarkeit.

Endometriose, eine chronische Schmerzkrankheit, kommt sehr häufig vor und betrifft zirka 1 in 10 Frauen im reproduktiven Alter. Experten schätzen, dass in Deutschland jährlich etwa 40.000 Neuerkrankungen auftreten. Jedoch ist die Krankheit noch immer wenig anerkannt und wird oft missverstanden.

Dieser Blog-Beitrag bietet Dir Antworten zu Deinen Fragen rund um die Endometriose, welches die Symptome sind und wie sich die Krankheit auf Deine Fruchtbarkeit auswirkt. Du findest auch Antworten zu den verfügbaren Behandlungsmethoden (und ja, Du kannst Deine Gebärmutter auch behalten).

Was bedeutet Endometriose?

Normalerweise wird während einer Periode die Gebärmutterschleimhaut aus dem Körper ausgeschieden. Bei einer Endometriose hingegen, bleiben Teile des Gewebes zurück, die dann sich auf andere Bereiche wie Eileiter, Eierstöcke, Becken und die Eingeweide ausweiten und sich dort ansiedeln. Auch ausserhalb der Gebärmutter wächst dieses Gewebe weiter und stößt während des Menstruationszyklus weiterhin Zellen ab. Dieser Vorgang kann sehr schmerzvoll sein und sogar zu inneren Vernarbungen und Verklebungen führen (wenn dabei Organe aneinanderhaften).

Forscher verstehen noch nicht ganz genau warum sich Gebärmutterschleimhaut überhaupt außerhalb der Gebärmutter bildet. Jedoch wurden eine Reihe an Risikofaktoren festgestellt, die zu diesem Zustand beitragen können1:

  • Die Periode beginnt im jungen Alter (unter 12 Jahren)
  • Die Periode hält lange an (länger als 7 Tage)
  • Genetik und weitere Fälle in der Familie
  • Niedriger BMI im jungen Erwachsenenalter2
  • Hoher/vermehrter Alkoholkonsum3

Wie weiss ich ob ich Endometriose habe?

Trotz der Häufigkeit dieser Krankheit werden medizinische Untersuchungen auf Endometriose nicht regelmäßig durchgeführt. Falls Du Verdacht auf die Krankheit hast, oder mit ungeklärter Unfruchtbarkeit zu kämpfen hast, solltest Du Deinen Arzt auf eine entsprechende Untersuchung ansprechen. Bei Verdacht auf eine Endometriose klärt der Arzt zuerst mit einer gynäkologischen Untersuchung, ob es Verwachsungen außerhalb der Gebärmutter gibt. Gegebenenfalls kommt eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) oder eine Magnetresonanz-Tomografie (MRT) zum Einsatz, die den genauen Ort der Verwachsungen bestimmen kann. Jedoch ist der einzige Weg die Krankheit mit Sicherheit festzustellen eine Bauchspiegelung. Hierbei wird unter Narkose eine kleine Kamera in die Beckengegend eingeführt um diese genau zu untersuchen.

Bei mir wurde Endometriose festgestellt. Kann ich trotzdem schwanger werden?

Kurz gesagt: Ja, kannst Du. Aber es könnte etwas schwieriger sein.

Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen Endometriose und Unfruchtbarkeit – je stärker die Endometriose desto schwieriger wird es für Dich schwanger zu werden. Aber wo genau sich die Verwachsungen befinden spielt ebenfalls eine Rolle.
Laut einer Studie waren Schwangerschaften bei Frauen mit peritonealen Endometriosen (im Bauchfell versprengte Verwachsungen) weniger erfolgreich als bei ovariellen Endometriosen (die Eierstöcke betreffend)4. Jedoch kann bei ovariellen Endometriosen, wenn etwa Narbengewebe oder Verwachsungen die Eierstöcke blockieren, der Eisprung blockiert werden.

Eine weitere Herausforderung bei Endometriosen ist, dass die Zellen entzündungsfördernde Zytokine ausstossen, das sind Proteine, die vom Körper hergestellt werden um das Wachstum und die Differenzierung von Zellen zu regulieren.
Abhängig davon wo die Entzündung vorkommt, können Vorgänge wie der Weg des Eies durch den Eileiter oder die Einnistung des Eies unterbrochen werden. Auch die Effektivität von Spermien kann beeinträchtigt werden5.

Wie wirkt sich eine Endometriose also auf Deine Fruchtbarkeit aus? Das kommt ganz auf die jeweiligen Gegebenheiten an. Da die Krankheit verschiedene Organe zu verschiedenen Zeitpunkten befallen kann, ist auch ihre Auswirkung auf die Fruchtbarkeit von Frau zu Frau verschieden. Dies bereitet Forschern Schwierigkeiten, den genauen Zusammenhang zwischen der Fruchtbarkeit und der Endometriose zu bestimmen.

Was bedeutet all dies also?
Es bedeutet, dass es sehr wohl möglich ist schwanger zu werden, wenn man an einer Endometriose leidet.

Hilft eine Behandlung der Endometriose dabei schwanger zu werden?

Das kommt ganz darauf an wie ernst die Erkrankung bei Dir ist.

Hormonbehandlungen, wie etwa durch Einnahme der Pille oder des Sexualhormons Gonadotropin, sind zwar gut für die Schmerzlinderung, helfen aber dabei schwanger zu werden6.

Operative Eingriffe können helfen, ist aber auch abhängig davon wie schwer die Erkrankung ist. Eine Studie der European Society of Human Reproduction and Embryology hat festgestellt, dass ein sogenannter laparoskopischer Eingriff um Verwachsungen zu entfernen bei der Empfängnis helfen kann, vorausgesetzt die Erkrankung hat eine milde Form.
Leider wissen wir derzeit nicht, ob ein chirurgischer Eingriff bei Frauen mit schwereren Formen der Erkrankung, oder bei denjenigen die eine künstliche Befruchtung in Erwägung ziehen, helfen kann. Es gibt dazu noch keine verlässlichen Studien7.

Bei Endometriosen im Eierstockbereich wissen wir zumindest, dass Entfernungen der Verwachsungen eine bessere Wirkung erzielten als eine sogenannte Ablation, wobei die Zellen abgesaugt und zerstört werden8. Was Du Deinen Arzt jedoch in jedem Fall fragen solltest ist, ob der Eingriff den gesunden Eierstöcken oder Eiern schaden kann und welche Möglichkeiten es gibt Deine Eier aufzubewahren oder zu schützen.

Eine andere Option, die der Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie), ist ein radikaler Eingriff der bedeutet, dass Du nicht mehr schwanger werden kannst. Dies wird nur bei sehr extremen Fällen der Endometriose angewendet, wenn keine anderen Behandlungsmethoden mehr in Frage kommen.

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