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Geschlechtskrankheiten, die unfruchtbar machen können

Es gibt einen Grund für Fruchtbarkeitsprobleme, von dem man nicht sehr oft hört: Geschlechtskrankheiten. Du denkst jetzt vielleicht: Das betrifft mich nicht, ich bin in einer festen Beziehung! Wir versuchen, ein Kind zu zeugen! Das ist genau das Gegenteil von jungen, partyhungrigen, die-Nacht-durchzechenden Leute mit One Night Stands, die sich wirklich Sorgen um Geschlechtskrankheiten machen sollten!

Das stimmt leider nicht ganz.

Es ist richtig, dass Kampagnen zur Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten sich vor allem an junge Menschen richten. Selbst wenn Du seit Jahren nicht mehr mit einem neuen Partner geschlafen hast, solltest Du Dich bei Fruchtbarkeitsproblemen von Deinem Arzt auf Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen, um sie als Grund auszuschließen. Sogenannte „stille“ Geschlechtskrankheiten können sich über Jahre hinweg unbemerkt in Deinem Körper festsetzen, ohne dass Du es merkst, und sich auf Deine Fruchtbarkeit auswirken.

Die zwei wichtigsten sind Chlamydien und Gonorrhö. Sie kommen häufig vor, verlaufen oft unbemerkt, und können zu entzündlichen Erkrankungen des Beckenbodens führen. Sie verdoppeln damit das Risiko von Unfruchtbarkeit. Die amerikanische Gesundheitsbehörde hat herausgefunden, dass in den USA im letzten Jahr Chlamydien und Gonorrhö die häufigsten Krankheiten waren. In Europa ist die Tendenz ebenfalls steigend. Viele infizierte Frauen bemerken keine Symptome.

Chlamydien

Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten wurden in der EU im Jahr 2013 384 555 Fälle vom Chlamydien-Infektionen registriert. Das macht 182 Fälle je 100 000 Einwohner. 67% der Erkrankten waren junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Das Zentrum vermutet, dass die Dunkelziffer der Infizierten noch weitaus höher liegt, da viele Betroffene sich ihrer Krankheit nicht bewusst sind.

30% der infizierten Frauen zeigen Symptome. Dazu gehören Beckenschmerzen, Schmierblutungen und ungewöhnlicher Ausfluss. Wenn die Krankheit erkannt wird, kann sie mit Antibiotika einfach behandelt werden. Weil viele Frauen aber nicht wissen, dass sie Chlamydien haben, bleibt die Infektion oft unbehandelt.

Chlamydien sind leider auch heimtückisch: Selbst wenn eine Frau nicht mehr positiv auf die Infektion getestet wird, können die Bakterien vom Gebärmutterhals zum oberen Genitaltrakt wandern und dort eine Beckenentzündungskrankheit auslösen.

Gonorrhö

Ähnlich wie Chlamydien ist Gonorrhö eine häufige Geschlechtskrankheit, bei der oftmals keine Symptome auftreten. Wenn es Beschwerden gibt, dann sind sie oftmals leicht, zum Beispiel Schmerzen beim Wasserlassen oder Schmierblutungen.

Obwohl Gonorrhö gut mit Antibiotika behandelt werden kann, ist die Heilung in den letzten Jahren schwieriger geworden, da sich antibiotikaresistente Stämme entwickelt haben.

Ein weiteres gemeinsames Merkmal mit Chlamydien ist, dass Gonorrhö zu einer Beckenentzündungskrankheit führen kann, wenn sie unbehandelt bleibt.

Beckenentzündungskrankheit

Eine Beckenentzündungskrankheit kann Schmerzen im Becken auslösen oder auch keine Symptome hervorrufen. Egal wie die Krankheit verläuft, meistens löst sie Entzündungen aus und hinterlässt Narbengewebe. Dadurch können die Eileiter blockiert und so die Befruchtung der Eizellen verhindert werden. Wenn eine Schwangerschaft nach einer Beckenentzündungskrankheit zustande kommt, dann treten oft Komplikationen auf: eine von zehn ist ektopisch.

Eine Beckenentzündungskrankheit kann auch mehrmals auftreten und nach jedem Mal ist die Fruchtbarkeit stärker gemindert. Nach der ersten Erkrankung sind 12% aller Frauen unfruchtbar, 25% nach dem zweiten Mal und 50% nach dem dritten oder jedem weiteren Mal.

Die Beckenentzündungskrankheit kann auch zu Endometriose führen. Das ist eine Krankheit, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Endometriose ist schmerzhaft und kann manchmal zu Unfruchtbarkeit führen. Die Gebärmutterwand kann auch betroffen sein, was zu Fehlgeburten führt. Wenn die Krankheit die Eierstöcke befällt, kann sie eine frühe Menopause auslösen.

Normalerweise kann eine Beckenentzündungskrankheit mit Antibiotika behandelt werden. Narbengewebe muss eventuell operativ entfernt werden, damit eine Schwangerschaft wieder möglich ist und Beckenschmerzen verschwinden.

Tu was!

Es ist einfach und kostengünstig, sich auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. Wenn Du sexuell aktiv bist, dann solltest Du Dich jedes Jahr untersuchen lassen. Wenn Du glaubst, Symptome eine Krankheit zu verspüren oder wenn Du ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner hattest, dass empfehlen wir Dir auch einen baldigen Test. Je früher Geschlechtskrankheiten erkannt und behandelt werden, desto geringer ist die Chance, dass sie sich negativ auf Deine Fruchtbarkeit auswirken.

Falls Du an einer Geschlechtskrankheit leidest, dann sollte sich Dein Partner ebenfalls testen und gegebenenfalls behandeln lassen, sonst könnte er Dich wieder anstecken.

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