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Was ist der Eisprung? Die wichtigsten 7 Dinge, die du vielleicht nicht darüber weißt

Ovulation test

„Was ist der Eisprung?“ hört sich nach einer einfachen Frage an — das ist doch dann, wenn die Eizelle freigegeben wird, oder? Stimmt, ABER wusstest du, dass der Eisprung noch viel mehr ist? Er ist der Hauptwendepunkt im Zyklus und diesen Prozess zu verstehen, ist entscheidend, wenn du schnell schwanger werden möchtest. In diesem Artikel geht es um die wichtigsten Fakten und die tatsächliche Beantwortung der Frage „Was ist der Eisprung?“, damit du deine fruchtbare Phase optimal nutzen kannst, um schnell schwanger zu werden. 

Fakt 1: Eizellen überleben 12 – 24 Stunden.

Was genau ist der Eisprung? Er bezeichnet das Ausstoßen einer herangereiften Eizelle aus dem Eierstock. Es sind aber einige Schritte und Hormone notwendig, damit es dazu kommt. Während der ersten Hälfte deines Zyklus reifen mehrere Follikel — eine Eizelle mit ihren Begleitzellen — heran, von denen schließlich einer dominant wird. Der dominante Follikel gibt Östradiol ab (eines der wichtigsten Östrogene), was zu einem Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) führt, was wiederum dazu führt, dass der dominante Follikel aufplatzt und eine reife Eizelle freigibt.

Nachdem die herangereifte Eizelle ausgestoßen wurde, überlebt sie jedoch nicht lange — etwa 12 – 24 Stunden. Der Prozess des Eisprungs selbst dauert also nicht lange, aber die komplizierte Biologie, die zu einem erfolgreichen Eisprung führt, dauert länger.

Fakt 2: Die beste Zeit für Geschlechtsverkehr zum Schwangerwerden ist zwei Tage vor dem Eisprung.

Was ist der Eisprung im Zusammenhang mit dem Schwangerwerden? Nun, so wie du es vielleicht aus dem Kino und aus Fernsehserien kennst, ist es nicht: nämlich eine Frau, die hysterisch schreit, dass sie ihren Eisprung habe und deshalb sofort in genau diesem Moment Sex haben müsse, da sie sonst nicht schwanger werden kann.

Die Wissenschaft zeigt, dass deine Chancen, schwanger zu werden, tatsächlich am höchsten sind, wenn du zwei Tage vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr hast. Wie bereits zuvor erwähnt, dauert der eigentliche Moment des Eisprungs — wenn die Eizelle aus dem Eierstock ausgestoßen wird — nur einen Moment. Weil die Eizelle aber eine kurze Zeit überlebt, sind deine Chancen, schwanger zu werden, höher, wenn sich die Spermien bereits im Eileiter befinden, wo sie die Eizelle befruchten können.

Eine Studie aus dem Jahr 1998 bestätigte diesen Zeitpunkt, nachdem die Befruchtungsraten von Paaren geprüft wurden, die während der fruchtbaren Phase Geschlechtsverkehr hatten. Die Befruchtungsrate betrug bei Geschlechtsverkehr zwei Tage vor dem Eisprung 36 Prozent und einen Tag vor dem Eisprung 34 Prozent. Im Vergleich dazu zeigte sich bei Geschlechtsverkehr drei, vier oder fünf Tage vor dem Eisprung eine 8- bis 17-prozentige Empfängnischance.

Fakt 3: Genau am Tag des Eisprungs schwanger zu werden, ist … problematisch.

Die gleiche Studie von 1998 bewertete zudem die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung am Tag des Eisprungs und kam zu einem zwiespältigen Ergebnis:  Geschlechtsverkehr am Tag des Eisprungs zeigte eine hohe Befruchtungsrate (36 Prozent), ABER hier zeigte sich auch die höchste Rate von Fehlgeburten. Die Wissenschaftler spekulieren, dass dies möglicherweise damit zu tun hat, dass die Eizelle bereits zu viel Zeit außerhalb des Follikels verbracht hat, bevor sie erfolgreich befruchtet werden konnte. Diese Frage kann jedoch erst mit Sicherheit beantwortet werden, wenn hierzu mehr Forschungsergebnisse vorliegen.

Die Schlussfolgerung? Es ist immer gut, deinen Zyklus zu kennen, um deinen Fruchtbarkeitskalender optimal zu nutzen, damit du deinen Geschlechtsverkehr zeitlich so genau wie möglich darauf abstimmen kannst, wann die beste Zeit ist, um schwanger zu werden.

Fakt 4: hCG rettet den Rest des Follikels nach dem Eisprung.

Hast du dich schon einmal gefragt, was nach dem Eisprung mit dem Rest des Follikels geschieht? Sobald die herangereifte Eizelle auf ihre Befruchtung wartet, wird der Rest des Follikels zum Corpus luteum (Gelbkörper), das Progesteron abgibt und die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut erhält. Wenn es zu keiner Einnistung kommt, schrumpft das Corpus luteum, der Progesteronspiegel sinkt ab und deine Regelblutung beginnt.

ABER wenn es zu einer Einnistung kommt, dann steigt der hCG-Spiegel, „rettet“ das Corpus luteum und hält den Progesteronspiegel hoch, erhält die Gebärmutterschleimhaut und führt zum Ausbleiben der Regelblutung und damit zu einem frühen Zeichen einer möglichen Schwangerschaft.

Fakt 5: Der LH-Anstieg kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein.

Nach dem LH-Anstieg kommt es etwa 12 – 24 Stunden später zum Eisprung. Aber wie lange der LH-Anstieg dauert, kann von Frau zu Frau variieren. Während Wissenschaftler nach wie vor nach einer Erklärung dafür suchen, ist es wichtig zu wissen, dass diese Abweichungen es erschweren können, zu Hause durchgeführte LH-Tests zu interpretieren. Wenn du einen kurzen LH-Anstieg hast, verpasst du möglicherweise den Höchststand. Wenn du einen langen LH-Anstieg hast, kannst du tagelang positive Tests erhalten. 

Fakt 6: Es ist möglich, eine Periode zu haben, ohne dass ein Eisprung stattgefunden hat

Es ist möglich, einen anovulatorischen Zyklus, also einen Zyklus ohne Eisprung, zu haben. In solch einem Fall muss die Gebärmutterschleimhaut, die während der ersten Zyklushälfte aufgebaut wurde, dennoch abgestoßen werden, was zu einer Durchbruchblutung führt.  Diese Art der Blutung scheint eine Periodenblutung zu sein, was sie aber nicht ist, da kein Eisprung stattgefunden hat.

Zyklen ohne Eisprung ereignen sich typischerweise nach einer wesentlichen Hormonänderung, beispielsweise nach dem Absetzen der Pille oder nach einer Entbindung. Wenn du deine Basaltemperatur verfolgst und eine Blutung, aber keine zweiphasige Temperaturänderung bemerkst, hast du möglicherweise einen Zyklus ohne einen Eisprung. Wenn du solche Zyklen wiederholt erlebst, sprich mit deinem Arzt darüber.

Fakt 7: Es ist möglich, einen LH-Anstieg zu haben, aber keinen Eisprung.

Es gibt ein Phänomen namens luteinisierter unrupturierter Follikel, oder das LUF-Syndrom, das ein möglicher Grund für eine unerklärte Unfruchtbarkeit sein kann. Es kann gelegentlich bei Frauen mit normalen Zyklen auftreten und tritt bei 6 – 25 Prozent der unfruchtbaren Frauen auf.

Was ist der Eisprung in so einem Fall? Bei diesem Syndrom bewirkt der LH-Anstieg keine Ruptur des Follikels, wodurch keine Eizelle ausgestoßen werden kann und es deshalb zu keinem Eisprung kommt. Aber der Follikel gibt dennoch Progesteron ab und obwohl es wie ein normaler Zyklus erscheint, findet kein Eisprung statt. Außerdem zeigen Urintests zur Feststellung eines Eisprungs ein positives Ergebnis, weil es nach wie vor zu einem LH-Anstieg kommt. Der einzige Weg, dieses Syndrom zu diagnostizieren, ist mittels Ultraschall.


Quellen anzeigen

Luteinized unruptured follicle syndrome: incidence and recurrence rate in infertile women with unexplained infertility undergoing intrauterine insemination

Cycle characteristics after discontinuation of oral contraceptives

Timing is crucial: Some critical thoughts on using LH tests to determine women's current fertility

Daily fecundability: first results from a new data base.

Timing of Sexual Intercourse in Relation to Ovulation — Effects on the Probability of Conception, Survival of the Pregnancy, and Sex of the Baby

Rescue of the corpus luteum in human pregnancy.

The effect of lactation on ovulation and fertility.

Post-ovulatory ageing of the human oocyte and embryo failure.

Lindsay Meisel

Lindsay Meisel is the Head of Content at Ava. She has over a decade of experience writing about science, technology, and health, with a focus on women's health and the menstrual cycle. Her work has been featured on The Fertility Hour, The Birth Hour, The Breakthrough Journal, and The Rumpus.

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