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Wie wird Präeklampsie während und nach der Schwangerschaft diagnostiziert und behandelt?

preeclampsia

Essentielles zum Mitnehmen

  • Präeklampsie ist eine ernste Schwangerschaftskomplikation, von der 2 bis 8 % aller Schwangerschaften weltweit betroffen sind.
  • Sie ist durch den Beginn von Bluthochdruck und Eiweiß im Urin gekennzeichnet.
  • In manchen Ländern ist jetzt eine Blutuntersuchung zur Früherkennung verfügbar.
  • Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen mit hohem Risiko für Präeklampsie ihr Risiko reduzieren können, indem sie niedrige Dosen von Aspirin einnehmen.

Wenn du schwanger bist — oder dich bemühst, schwanger zu werden — hast du wahrscheinlich schon von Präeklampsie gehört. Es ist eine schwere und progressive, mit Bluthochdruck verbundene Störung in der Schwangerschaft. Sie ist in der Regel durch den Beginn von Bluthochdruck und das Vorhandensein von Proteinen in deinem Urin gekennzeichnet, was ein Zeichen dafür ist, dass die Nieren nicht richtig funktionieren. Es handelt sich um eine der schwerwiegendsten Schwangerschaftskomplikationen, von der 2 bis 8 % aller Schwangerschaften weltweit betroffen sind.

Die gute Nachricht ist, dass es interessante neue Entwicklungen bei der Diagnose und Behandlung der Präeklampsie gibt.

Dieser Artikel deckt Folgendes ab:

  • Was du über Präeklampsie wissen musst
  • Bahnbrechende Forschung zu ihrer Erkennung
  • Die neuesten Nachrichten zur Behandlung

Was ist Präeklampsie?

Präeklampsie kann relativ schnell, oft ohne Vorwarnung und manchmal sogar ohne Symptome auftreten. Die Erkrankung kann dazu führen, dass dein Blutdruck steigt und das kann für dich eine Gefahr von Hirnverletzungen oder Organversagen mit sich bringen. Präeklampsie tritt in der Regel nach der 20. Schwangerschaftswoche auf, kann aber auch jederzeit während der übrigen Schwangerschaft und bis zu 6 Wochen nach der Geburt des Babys auftreten.

Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr über eine halbe Million Säuglinge und mehr als 75.000 Frauen weltweit an Präeklampsie, wobei die meisten Fälle in Entwicklungsländern zu finden sind. Präeklampsie kann sich auch schnell zur Eklampsie weiterentwickeln, einem lebensbedrohlichen Zustand, der mit Anfällen und Koma einhergeht.

Warum muss ich über Präeklampsie Bescheid wissen?

Wenn du schwanger bist, ist es wichtig, dass du die Anzeichen und Symptome von Präeklampsie kennst. Wenn bei dir einer der Risikofaktoren vorhanden ist, wird dein Arzt dich genauer beobachten, denn wenn Präeklampsie nicht behandelt wird, kann sie zu schweren und sogar tödlichen Komplikationen für dich und dein Baby führen. Das Wissen ist also entscheidend und kann Leben retten.

Wie wird Präeklampsie diagnostiziert?

Bis vor Kurzem bestand die einzige Möglichkeit der Diagnose von Präeklampsie in der Untersuchung früherer Schwangerschaften, der Blutdruckwerte und anderer Symptome. Und in der Vergangenheit wurde eine Diagnose in der Regel erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft gestellt, wenn die Mutter schwerkrank wurde.

Die gute Nachricht ist, dass es einige wichtige Entwicklungen bei der besseren Erkennung von Präeklampsie gibt, die eine frühzeitige Intervention ermöglichen.

In Australien steht jetzt ein Bluttest mit dem Namen „Präeklampsie-Verhältnistest“ zur Verfügung. Dieser Test wurde entwickelt, nachdem eine Studie am Melbourne Royal Women’s Hospital feststellte, dass man damit mit einer Zuverlässigkeit von 95 % testen kann, ob Frauen mit Symptomen (wie Übelkeit, Bluthochdruck und Kopfschmerzen) im Folgemonat Präeklampsie entwickeln werden. Darüber hinaus ermöglicht der Test Ärzten, die Schwere der Erkrankung festzustellen, um den besten Behandlungsverlauf für Mutter und Baby zu bestimmen.

Die Versuchsreihe SPREE im Vereinigten Königreich bestätigte seine Wirksamkeit bei der Früherkennung von Präeklampsie mit einer Zuverlässigkeit von 82 %. Diese Studie kombinierte mütterliche Risikofaktoren und Krankengeschichten mit Tests auf vier Indikatoren auf Präeklampsie in der 11. bis 13. Schwangerschaftswoche.

Die Indikatoren waren:

  • Blutdruck der Mutter
  • Blutfluss in den Arterien, die der Gebärmutter Blut zuführen
  • Spiegel von zwei Plazentahormonen: Plasma-Protein-A und des plazentalen Wachstumsfaktors (eines Proteins, das den Blutgefäßen der Plazenta beim Wachstum hilft)

Bei einer anderen, erst sehr kürzlich durchgeführten Studie wurde außerdem festgestellt, dass man anhand der RNA-Moleküle im Blutplasma der Mutter Präeklampsie feststellen kann. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass Bluttests eine vielversprechende Möglichkeit für Ärzte darstellen, Präeklampsie früher zu erkennen.

Leider steht in den USA ein Bluttest zur Diagnose von Präeklampsie noch nicht zur Verfügung. Es gibt ihn jedoch schon in einigen anderen Ländern, wie zum Beispiel in Australien. Und da die Bewegung hin zur Früherkennung von Präeklampsie offenbar zunimmt, solltest du deinen Arzt nach den neuesten Tests fragen.

Wie wird Präeklampsie behandelt?

Wenn bei dir Präeklampsie diagnostiziert wird, wird dich dein Arzt sehr genau beobachten und eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigen (wie dein Alter und deine Gesundheit, wie weit fortgeschritten deine Schwangerschaft ist und wie schnell die Krankheit fortschreitet), bevor er festlegt, wie es weitergeht.

Eine neuere Studie hat gezeigt, dass Frauen mit einem hohen Präeklampsie-Risiko dieses erfolgreich durch die Einnahme niedriger Dosen von Aspirin von der 16. Woche bis zum Ende der Schwangerschaft reduzieren können. Die Studie ergab, dass Frauen, die vor der 16. Woche eine geringe Dosis Aspirin einnahmen, das Risiko von Präeklampsie halbierten. Frühere Studien hatten gezeigt, dass die Einnahme von Aspirin nach der 16. Woche keine wesentlichen Auswirkungen hatte.

Was verursacht Präeklampsie?

Die genaue Ursache der Präeklampsie ist unbekannt, aber die Forscher glauben, dass es etwas mit der Art und Weise zu tun hat, wie die mütterlichen Arterien sich während der Schwangerschaft verformen. Im frühen Stadium einer normalen Schwangerschaft nehmen die Spiralarterien (das sind die mütterlichen Blutgefäße, die die Gebärmutter ernähren) die Form eines Trichters an. So können Blut und Sauerstoff leicht in die Plazenta und zum Fötus gelangen. Bei der Präeklampsie geht man davon aus, dass sich dieser Trichter abnormal entwickelt und zu schmal ist, um eine ausreichende Blutversorgung zu gewährleisten.

Symptome und Anzeichen einer Präeklampsie sind unter anderem:

  • Chronischer Bluthochdruck
  • Übermäßige Schwellungen
  • Starke Unterleibsschmerzen
  • Sehveränderungen
  • Verminderte Blutplättchen
  • Kopfschmerzen

Wer bekommt Präeklampsie?

Präeklampsie tritt am häufigsten bei ersten Schwangerschaften auf. Forschungsergebnisse, die im British Medical Journal veröffentlicht wurden, zeigen, dass Frauen, die in früheren Schwangerschaften eine Präeklampsie hatten, in einer späteren Schwangerschaft mit einer siebenmal höheren Wahrscheinlichkeit wieder Präeklampsie entwickeln. Obwohl dies ernst klingt und die Wahrscheinlichkeit größer ist als bei der Durchschnittsbevölkerung, ist das Risiko immer noch insgesamt relativ niedrig — die Wahrscheinlichkeit, nicht wieder Präeklampsie zu bekommen ist höher als sie zu bekommen.

Hier sind die Risikofaktoren gemäß derselben Forschungsarbeit:

  • Chronischer Bluthochdruck
  • Nierenerkrankung
  • Fettleibigkeit
  • Alter (bei Frauen über 40 Jahren tritt Präeklampsie eher auf)
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Afroamerikanische Ethnizität
  • Familiengeschichte der Präeklampsie

Eine Vielzahl von Studien (unten verlinkt) belegt, dass Präeklampsie auch bei Frauen mit folgenden gesundheitlichen Erkrankungen häufiger vorkommt:

Präeklampsie tritt auch häufiger bei Schwangerschaften auf, die aus einer In-vitro-Befruchtung, Spendereizellen oder Spenderbefruchtung resultieren. Es ist auch wichtig zu beachten, dass Frauen ohne bekannte Risikofaktoren — die ansonsten völlig gesund sind und unauffällige Schwangerschaften haben — ebenfalls Präeklampsie bekommen können.

Wie wirkt sich das auf die Schwangerschaft aus?

Wenn du in der Schwangerschaft Präeklampsie bekommst, musst du einen Balanceakt vollführen, um dem Baby genügend Zeit zu geben, in der Gebärmutter zu wachsen, ohne dich selbst oder das Baby einer Gefahr auszusetzen.

Ein Problem ist, dass Präeklampsie oft „still“ abläuft und sich dann unerwartet bei einer routinemäßigen Untersuchung des Blutdrucks oder des Urins zeigen kann. Dein Arzt wird mit dir zusammenarbeiten, um herausfinden, wie man diesen Zustand am besten behandelt. Er könnte Bettruhe, Medikamente oder sogar einen Krankenhausaufenthalt empfehlen, um deinen Blutdruck zu überwachen.

Kann Präeklampsie auch nach der Geburt auftreten?

Ja — das nennt man dann postpartale Eklampsie. Während sich die Präeklampsie in der Regel während des ersten Trimesters entwickelt, kann sie auch während der restlichen Schwangerschaft und sogar bis zu 6 Wochen nach der Geburt auftreten. Sie kann insbesondere nach der Entbindung leicht übersehen werden. Wenn Mütter sich in den Tagen und Wochen nach der Entbindung nicht wohl fühlen, wird das oft auf normale Erholungserscheinungen nach der Geburt zurückgeführt.

Wenn du also irgendeines der oben genannten Symptome hast (wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen, übermäßige Schwellungen oder einfach nur ein „unwohles“ Gefühl), dann wende dich sofort an deinen Arzt.

Wie wirkt sie sich auf das Baby aus?

Weltweit ist die Präeklampsie jedes Jahr für bis zu 20 % der 13 Millionen Frühgeburten verantwortlich.

Die traurige Realität ist, dass der Kindstod eine der verheerendsten Folgen der Präeklampsie darstellt. In den USA sterben jedes Jahr etwa 10.500 Babys (und weltweit schätzungsweise eine halbe Million) an Präeklampsie.

Wie kann ich Präeklampsie verhindern?

Obwohl es noch nicht möglich ist, die Präeklampsie mit Sicherheit zu verhindern, ist das Beste, was du tun kannst, die Sicherung einer hervorragenden Schwangerschaftsvorsorge. Sprich mit deinem Arzt über die neuesten Forschungsarbeiten und Untersuchungsergebnisse, vor allem dann, wenn bei dir einer der bekannten Risikofaktoren vorliegt.


Lindsay Meisel

Lindsay Meisel is the Head of Content at Ava. She has over a decade of experience writing about science, technology, and health, with a focus on women's health and the menstrual cycle. Her work has been featured on The Fertility Hour, The Birth Hour, The Breakthrough Journal, and The Rumpus.

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