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Schwanger werden

Monatlicher Launenpegel—Zwei Wochen Warten

Ava ist stolz darauf, mit Cathie Quillet zusammenzuarbeiten, einer professionellen Ehe- und Familientherapeutin in Nashville, die Frauen behandelt, die mit Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten kämpfen. Für diese Woche schrieb sie einen Beitrag darüber, wie sich im Verlauf deines Zyklus deine Stimmung verändert und was du während der gesamten Zeit für dein Wohlbefinden tun kannst.

Sie saß mir gegenüber und gab den Gefühlen all der Frauen eine Stimme, die sich seit Monaten bemühen, schwanger zu werden.

„Seit wir uns um meine Empfängnis bemühen, fühle mich wie auf einer riesigen Achterbahn und das nicht im guten Sinne“, klagte sie. „Früher hatte ich eine Vorstellung davon, wer ich war. Jetzt bin ich eine Frau, deren Körper nicht funktioniert und deren Emotionen außer Kontrolle geraten.“

Als Ehe- und Familientherapeutin habe ich diese Worte öfter gehört als ich zählen kann.

Im Verlauf der Zeit durchläuft dein Körper alle möglichen physiologischen Veränderungen, um sich darauf vorzubereiten, neues Leben zu erschaffen, oder um die Bemühungen des letzten Monats auszustoßen, damit du es im nächsten Monat wieder versuchen kannst. Wir wissen, was in unseren Körpern passiert. Wir haben das schon in der Schule in der siebten Klasse gelernt, als unsere Lehrer uns fälschlicherweise lehrten, dass wir Kontrolle darüber haben, was in unserer Fortpflanzungsregion vor sich geht.

Doch während wir uns Monat für Monat bemühen, schwanger zu werden, treffen wir neben unserer Menstruation auf neue, ungebetene Gäste. Hast du die Traurigkeit kennengelernt? Wie steht es mit Scham? Hast du Aufregung erlebt, die Hand in Hand mit Angst einherging?

Früher habe ich Achterbahnen geliebt. Das war, bevor ich Mitte Dreißig war und mein Magen sich umdrehte, als sich der Achterbahnsessel auf den Kopf stellte. Emotionale Achterbahnen fand ich jedoch, wie die meisten anderen Menschen auch, noch nie schön.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die geläufigsten emotionalen Empfindungen während eines Monats.

Menstruation

In der Mittelstufe wurde uns eine Einführung in diesen weiblichen Fluch gegeben. Anfangs war es toll, weil wir gerade Frauen geworden sind. Später war damit ein willkommener Seufzer der Erleichterung verbunden, dass gelegentliche Eskapaden nicht zu einer Schwangerschaft geführt haben. Doch jetzt, wo du dir diese Schwangerschaft wünscht und deine Monatsblutung kommt, wird sie von jeder Menge negativer Emotionen begleitet.

Im ersten Moment kommt beim Eintreten der Menstruation Traurigkeit auf. Es ist enttäuschend, dass es für euch beide im letzten Monat nicht geklappt hat. Vielleicht kommt auch Scham hoch, dass dein Körper nicht das tut, was er deiner Meinung nach tun sollte — oder, was noch schlimmer ist, was die Körper all deiner Freundinnen für sie tun. Manche Frauen sprechen davon, dass in ihnen Wut hochkommt, wenn sie Frauen in hübscher Schwangerschaftskleidung sehen, die ihren wachsenden Babybauch hervorhebt.

Eine Frau hat mir einmal den Ärger erklärt, den sie in dieser Zeit des Monats verspürte: „Wut wurde mein ständiger Begleiter. Sie folgte mir überall und wurde zum grundlegenden Gefühl, mit dem ich die Welt sah.“

Wir hoffen. Wir planen. Wir warten. Und dann stürzt auf uns quasi eine Lawine von Trauer herab.

Das erste Warten

Deine Gebärmutter hat alles vom letzten Monat herausgespült und macht sich bereit dafür, ein Follikel wachsen zu lassen.

Wo zuvor Trauer, Wut und Groll geherrscht haben, keimt eine neue Hoffnung auf. Du hoffst, dass es in diesem Zyklus wirklich klappen könnte. Du rechnest dir vielleicht schon aus, wann das Geburtsdatum sein wird, wenn du in diesem Monat schwanger wirst. Manche Frauen vereinbaren einen neuen Arzttermin zur Vorbereitung auf einen medikamentösen Zyklus.

Du findest die Vorstellung aufregend, es wieder zu versuchen.

Eisprung

Dein Körper arbeitet fleißig daran, in diesem Zyklus die perfekte Eizelle freizusetzen, die sich mit dem Spermium ihrer Träume vereinigen soll. Sex soll ja Spaß machen, nicht wahr? Die Stimmung sollte romantisch und aufregend und hoffnungsvoll sein. Doch wenn man Monat für Monat nur noch Sex nach Plan hat, vergeht einem die Lust. Sex wird zur Arbeit. Männer wollen sich nicht als bloße Spermienproduzenten benutzt fühlen. Und es ist ganz normal, dass der Frau das Sperma wichtiger wird als die Intimität.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Frau während ihrer fruchtbaren Tage völlig darauf konzentriert ist, die Kontrolle über ihre Fruchtbarkeit zu erlangen. Offenbar ist das aber gar nicht möglich, trotz all der Dinge, die man uns in der siebten Klasse gelehrt hat.

Am Ende dieser fruchtbaren Tage treffen Stress und Hoffnung aufeinander. Der Überdruss über den lästig gewordenen Sex verwandelt sich in die Hoffnung: „Ich glaube, dieses Mal haben wir es wirklich geschafft.“

Dann kommt der schwere Teil. Das Warten.

Zwei Wochen warten

Diese Tage fühlen sich wie eine Ewigkeit an.

Du verhältst dich manchmal wie besessen. Du bist extrem aufmerksam und nimmst jede Bewegung und jedes Zwicken im Bauch wahr, jedes bisschen Ausfluss und jede Empfindlichkeit. Die Überwachung solcher echten oder eingebildeten Symptome wird zu einem Vollzeitjob. Frauen werden versuchen, Schwangerschaftssymptome in ihren Körper hineinzudenken und sie werden sich gleichzeitig für einen weiteren, ereignislosen Zyklus wappnen.

Ängstliche Anspannung herrscht auch während dieses zweiwöchigen Wartens. Ist es noch immer zu früh für einen Schwangerschaftstest? Das ist die Frage. Man sollte ihn nicht zu früh machen. Was für eine Berg- und Talfahrt! Zu früh durchgeführte Tests können wirklich alles auf den Kopf stellen.

Wieder eine Regelblutung

Ja, das haben wir schon besprochen. Doch was, wenn die Menstruation sich ein wenig verspätet?

Das Warten, die Hoffnung, die Angst und die Sorge – alles zur gleichen Zeit. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Menstruation oder Schwangerschaft.

Doch es stehen noch viel mehr Emotionen zur Auswahl. Anspannung. Furcht. Aufregung. Hoffnung. Frustration. Freude. Um nur einige zu nennen.

Du kannst den Ava Fruchtbarkeitstracker verwenden, um zu berechnen, was in deinem Körper vor sich geht. Zur Begleitung möchte ich dir ein Stimmungsdiagramm anbieten, das ich erstellt habe. Bitte nimm zur Kenntnis, dass dies kein Werkzeug für diagnostische Zwecke ist. Vielmehr ist dies ein Hilfsmittel für dich, um die Feinheiten deiner Stimmungsveränderungen im Laufe eines Monats zu beobachten.

Ich habe es einmal einer Kundin zur Verfügung gestellt, die sich schon zwei Jahre bemühte, ein Baby zur Welt zu bringen und wirklich mit einigen intensiven Emotionen zu kämpfen hatte. Nach einmonatiger Nutzung erkannte sie zu ihrer größten Überraschung, dass ihre Stimmung

an Tagen, an denen sie ihren Körper wenig bewegte, schlechter wurde und ihre Reizbarkeit zunahm. Ihre Stimmung war an Tagen, an denen sie sich mehr bewegte und Unterstützung erfuhr, deutlich besser.

Wenn du extreme Stimmungsschwankungen erlebst oder unter unangenehm starker Anspannung leidest, schlage ich vor, dass du beginnst, mit dem Ava Fruchtbarkeitstracker Diagramme zu erstellen. (Als ob eine Frau nicht schon genug aufzuzeichnen hätte, wenn sie versucht, schwanger zu werden!) Zeichne auf, was im Laufe eines Zyklus vor sich geht und nimm die Aufzeichnungen zu deinem Arzt mit. Er kann daran sehen, was du jeden Zyklus zusätzlich zu deiner Selbstbeobachtung tust.

Ich möchte dir noch etwas mitgeben, was du nutzen kannst, wenn es dir gefällt. Dieses Diagramm sieht aus wie eine Glockenkurve und verdeutlicht die fünf Teile des Zyklus, die wir gerade besprochen haben. Stelle dir für jedes Segment diese vier Fragen:

1) Was brauche ich?

Höre auf deine innere Stimme und gestehe dir deine Bedürfnisse ein.

2) Wie fühle ich mich?

Nicht wie SOLLTE ich mich fühlen. Wie geht es dir wirklich und wie hast du dich wirklich in den vergangenen Monaten gefühlt?

3) Wo sollte ich mir Grenzen setzen?

Sei ehrlich.

4) Wer kann mich unterstützen?

Sobald dir das klar ist, bitte diese Personen darum, dich zu unterstützen und erkläre ihnen, welche Art von Unterstützung du brauchen könntest.

Es kann auch hilfreich sein, diese Übungen zusammen mit deinem Partner zu machen. Schreib die Antworten auf und befestige sie am Kühlschrank, damit deine Helfer dich besser verstehen und unterstützen können.

Ein Klient, mit dem ich vor Jahren zusammenarbeiten durfte, verglich die negativen Emotionen, an denen er festhielt, mit faulenden Früchten in einem Rucksack. Er sagte, je mehr Früchte er in seinem Rucksack ansammelte, desto schwerer wurde er. Je länger die Frucht drinnen blieb, desto schlimmer wurde der Gestank. Der Rucksack wurde bald widerlich, sperrig und schwer zu handhaben.

Einen überfüllten, mit faulenden Früchten gefüllten Rucksack mit sich herumzutragen, ist auf keiner Reise empfehlenswert, ganz zu schweigen von dem emotionalen Gewicht, das erbitterte Bemühungen ums Schwangerwerden mit sich bringen. Es wäre stumpfsinnig zu glauben, dass jemand diesen Weg viele Monate lang gehen könnte, ohne faule Früchte anzusammeln.

Nimm dir die Zeit und den Raum, um zu erkennen, was du jeden Monat emotional erlebst. Nimm dir außerdem die Freiheit, alle faulen Früchte, die sich auf dem Weg angesammelt haben, wegzuwerfen.

 

Cathie Quillet ist eine professionelle Ehe- und Familientherapeutin in Nashville, die Frauen behandelt, die mit Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten kämpfen. Cathie ist die Autorin des Buches „Not Pregnant“ (Nicht schwanger) und Gründerin des „The Missing Peace Project“. Weitere Informationen findest du hier: www.themissingpeaceproject.com.


Lindsay Meisel

Lindsay Meisel is the Head of Content at Ava. She has over a decade of experience writing about science, technology, and health, with a focus on women's health and the menstrual cycle. Her work has been featured on The Fertility Hour, The Birth Hour, The Breakthrough Journal, and The Rumpus.

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