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Der Menstruationszyklus

Hypothalamische Amenorrhö: Wenn du „zu gesund“ bist, um deine Periode zu bekommen

Hypothalamische Amenorrhö: Wenn du „zu gesund“ bist, um deine Periode zu bekommen

Was ist hypothalamische Amenorrhö? Sie macht sich so bemerkbar:

Du bist super gesund und siehst blendend aus, gehst jeden Morgen fleißig joggen oder trainierst nach Feierabend jeden Tag begeistert im Fitnesscenter. Du verfolgst den launenhaften Meinungswechsel der Ernährungswissenschaftler zum Thema Gluten mit derselben Inbrunst, mit der andere Menschen Fußballspiele oder Qualifikationsturniere verfolgen. In einem Trägertop siehst du einfach toll aus — gesund, stark und schlank. Dennoch hast du ein Problem, das deine Freunde und Kollegen, die deinen gesunden Lebensstil bewundern, nie bemerken werden: du hast keine Monatsblutungen mehr.

Wenn das auf dich zutrifft, könntest du hypothalamische Amenorrhö haben. Das ist ein Zustand, bei dem deine Monatsblutung aufgrund von zu viel Stress aufhört, was in der Regel bei einer Kombination von übermäßiger sportlicher Belastung und zu wenig Essen der Fall ist. Schätzungsweise 30 Prozent der Frauen, die keine Monatsblutungen mehr haben, dürften an hypothalamischer Amenorrhö leiden. Vielen von ihnen ist nicht bewusst, dass sie ein ernstes Problem haben, bis sie sich entscheiden, schwanger zu werden, aufhören, die Antibabypille einzunehmen … und keine Periode bekommen.

Die gute Nachricht ist, dass in den meisten Fällen Frauen mit hypothalamischer Amenorrhö auf natürliche Weise genesen und schwanger werden können. Dieser Artikel wird alle deine Fragen zu diesem Problem beantworten und dir sagen, wie du deine Fortpflanzungsgesundheit wiederherstellen kannst.

Wie stehen meine Chancen, schwanger zu werden, wenn ich hypothalamische Amenorrhö habe?

Wenn du hypothalamische Amenorrhö hast, wirst du nicht in der Lage sein, schwanger zu werden, bis du die nötigen Änderungen an deinem Lebensstil vorgenommen und dich erholt hast oder bis du eine Fruchtbarkeitsbehandlung durchlaufen hast. Dein Arzt kann Medikamente empfehlen, um den Eisprung einzuleiten, wie Femara oder Clomid, aber diese werden eher dann die gewünschte Wirkung entfalten, wenn du bereits aktiv für deine Erholung sorgst. Wenn diese Medikamente nichts bewirken, kannst du es mit Injektionen oder IVF versuchen, aber für eine gesündere Schwangerschaft, Stillzeit und allgemeines Wohlbefinden ist es am besten, die Lebensstilfaktoren abzustellen, die deine Amenorrhö überhaupt verursacht haben.

Wie wirkt sich hypothalamische Amenorrhö auf meine Gesundheit aus?

Ganz abgesehen von der Fruchtbarkeit stellt die hypothalamische Amenorrhö ein ernstes Gesundheitsproblem dar. Sie ist mit Knochenverlust, trockenem Haar und trockener Haut, Verdauungsproblemen, Erschöpfung, schlechtem Schlaf, vermindertem Sexualtrieb und einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen verbunden. Zum Glück zeigen Studien, dass das Wiedereinsetzen der natürlichen Zyklen diese Veränderungen umkehren kann.

Was verursacht hypothalamische Amenorrhö?

Laut der führenden hypothalamischen Amenorrhö-Forscherin Dr. Nicola Rinaldi kann eine Kombination von fünf Faktoren dazu führen, dass Frauen in diesen Zustand verfallen:

  1. Sport: Während der Umfang der körperlichen Betätigung bei Frauen, die hypothalamische Amenorrhö entwickeln, sehr unterschiedlich sein kann, teilen viele Frauen mit dieser Erkrankung eine Leidenschaft für Leistungssport und kombinieren sie mit unzureichender Nahrungszufuhr für dieses Aktivitätsniveau.
  2. Zu wenig Essen: Unabhängig von deinem Gewicht und Aussehen kann es für deinen Körper belastend sein, wenn du zu wenig Nahrung für dein Aktivitätsniveau aufnimmst. Frauen mit hypothalamischer Amenorrhö schränken oft Kalorien oder Lebensmittelgruppen ein und bemühen sich zu sehr, „gesund“ zu essen.
  3. Gewicht und Gewichtsverlust: Wir assoziieren in der Regel hypothalamische Amenorrhö mit Frauen, die sehr schlank sind, aber es ist auch möglich, diesen Zustand bei einem höheren Körpergewicht zu entwickeln. Hypothalamische Amenorrhö ist jedoch häufiger bei Frauen mit BMIs um 20 oder darunter anzutreffen. Signifikante Gewichtsabnahme (10 Pfund oder mehr) kann ein Auslöser für hypothalamische Amenorrhö sein — auch wenn das Endgewicht noch immer als „normal“ gilt.
  4. Stress: Physiologischer Stress kann ein Faktor bei der Entwicklung von hypothalamischer Amenorrhö sein (und sportliche Betätigung kann vom Körper als eine Form von physiologischem Stress interpretiert werden). Wenn chronischer Stress mit intensiver körperlicher Betätigung und unzureichender Kalorienaufnahme kombiniert wird, kann sich daraus ein potenter Cocktail ergeben, der die Ovulation unterdrückt.
  5. Genetik: Einige neuere Studien haben ergeben, dass manche Frauen anfälliger für die Entwicklung hypothalamischer Amenorrhö sein können als andere.

Wie wird die hypothalamische Amenorrhö diagnostiziert?

Hypothalamische Amenorrhö erfolgt durch eine Ausschlussdiagnose; das bedeutet, dass zuerst andere mögliche Erklärungen für deine ausbleibenden Monatsblutungen ausgeschlossen werden. Wenn dein Arzt eine hypothalamische Amenorrhö vermutet, kann er zum Beispiel folgende Tests durchführen:

  • Ultraschall
  • Bluttest: Dein Arzt wird einen erhöhten Prolaktinspiegel ausschließen wollen, der auch zum Ausbleiben der Monatsblutung führen kann. Auch niedrige Mengen an luteinisierenden Hormonen im Vergleich zum follikelstimulierenden Hormon sind bei Frauen mit hypothalamischer Amenorrhö häufig anzutreffen.
  • Gewichtskontrolle: Wenngleich man bei jedem BMI hypothalamische Amenorrhö bekommen kann, so kommt die Erkrankung doch sehr häufig bei Frauen vor, die an der Untergrenze einer gesunden Gewichtsspanne oder gemäß der BMI-Skala untergewichtig sind.
  • Er wird sich nach deiner Ernährung und sportlichen Betätigungen erkundigen.

Was ist der Unterschied zwischen hypothalamischer Amenorrhö und PCOS?

Viele Frauen mit hypothalamischer Amenorrhö werden zunächst mit PCOS diagnostiziert, da beide Erkrankungen das Ausbleiben von Monatsblutungen verursachen können. Einige Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Erkrankungen sind:

  1. Ausbleibende Monatsblutungen
  2. Mehrere Follikel in den Eierstöcken

Aufgrund dieser Ähnlichkeiten kann Ultraschall oft nicht ausreichend zwischen den beiden Erkrankungen unterscheiden. Einige Unterschiede zwischen den beiden Erkrankungen sind:

Hormone HA PCOS
Luteinisieren-des Hormon Niedrig bis normal und niedriger als der FSH-Spiegel Normal bis hoch und höher als der FSH-Spiegel
Estradiol Niedrig bis normal Normal bis hoch
Gesamt-testosteron Niedrig bis normal Normal bis hoch
Freies Testosteron Niedrig bis normal Normal bis hoch
Freier Androgen-index Niedrig bis normal Normal bis hoch
DHEAS Niedrig bis normal Normal bis hoch

Wenn eine Frau eines der folgenden Merkmale aufweist, sollte erst die hypothalamische Amenorrhö ausgeschlossen werden, bevor eine Diagnose von PCOS gestellt wird:

  1. Niedriger BMI oder Gewichtsverlust von 10 Pfund oder mehr
  2. Stressfraktur oder geringe Knochendichte
  3. Restriktive Essgewohnheiten
  4. Regelmäßiger Sport
  5. Chronischer oder akuter Stress

Weitere Informationen über die Unterschiede zwischen hypothalamischer Amenorrhö und PCOS sind auf der Website von Dr. Nicola Rinaldi zu finden.

Was passiert in meinem Körper, wenn ich hypothalamische Amenorrhö habe?

Dein Hypothalamus ist der Teil deines Gehirns, der Schlaf, Hunger, Körpertemperatur und deinen Menstruationszyklus reguliert. Er setzt ein Gonadotropin freisetzendes Hormon (GnRH) frei, das wiederum die Freisetzung des luteinisierenden Hormons (LH) und des follikelstimulierenden Hormons (FSH) anregt — beide sind Hormone, die für den Eisprungprozess wichtig sind. Bei einer Frau mit hypothalamischer Amenorrhö setzt der Hypothalamus nicht so viel GnRH frei. Das Ergebnis ist, dass nicht genug LH oder FSH vorhanden ist, um den Eisprung auszulösen.

Wie erhole ich mich von hypothalamischer Amenorrhö?

Die wichtigsten Faktoren für die meisten Frauen zur Genesung von hypothalamischer Amenorrhö sind:

  1. Essen. Die beste Ernährung für die Genesung ist eine, die viele Kalorien hat und keine Lebensmittelgruppe einschränkt. Viele Frauen mit hypothalamischer Amenorrhö werden mindestens 2500 Kalorien pro Tag essen müssen — einige könnten auch mehr brauchen.
  2. Ruhen. Am besten mit allen Formen intensiver Bewegung aufhören, einschließlich Laufen, Cross-Fit-Training und Gewichtheben. Stattdessen versuche es mit sanfteren Aktivitäten wie Wandern und Yoga.
  3. Stress reduzieren. Konzentriere dich auf Stressabbau und Aktivitäten wie Yoga und Meditation. Wenn du bisher intensive Bewegung als deine primäre Methode zum Stressabbau genutzt hast, wird es entscheidend sein, dass du dich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten machst, um während deiner Genesung Stress zu reduzieren.
  4. Sei geduldig. Die mittlere Zeit, die Frauen zur Erholung von einer hypothalamischen Amenorrhö brauchen, ist etwa sechs Monate ab Beginn der Veränderungen des Lebensstils.

Deine Genesung hängt davon ab, welche konkreten Lebensstilfaktoren dafür verantwortlich waren, dass deine Monatsblutungen aufgehört haben. Wer viel Gewicht verloren hat, muss mehr essen. Wenn du dich zu sehr beim Sport verausgabt hast, reicht es vielleicht, wenn du deine sportliche Aktivität reduzierst, und du brauchst nicht viel an deiner Ernährung zu ändern. Wenn du chronisch gestresst warst, solltest du vielleicht mal gesunde Methoden zum Stressabbau wie Meditation und Yoga ausprobieren.

Viele Frauen müssen sich mit all diesen Bereichen beschäftigen, wenn sie sich von einer hypothalamischen Amenorrhö erholen wollen: Gewicht, Bewegung und Stress. Das Ausbleiben deiner Monatsblutung ist ein Zeichen dafür, dass dein Lebensstil deinen Körper unter Stress setzt, auch wenn du vielleicht nicht das Gefühl hast, dass du gestresst bist. Überprüfe deinen Lebensstil, vor allem die Veränderungen, die du gemacht hast, als deine Monatsblutungen aufhörten, und überlege, wie du Stress abbauen kannst.

Wie viel Sport kann ich treiben, während ich mich bemühe, wieder meine Monatsblutung zu bekommen?

So wenig, wie du ertragen kannst. Der schnellste Weg, um sich von hypothalamischer Amenorrhö zu erholen, besteht darin, sofort mit jeglicher anstrengenden Betätigung aufzuhören.

Die meisten Frauen, die unter hypothalamischer Amenorrhö leiden, finden es sehr schwer, ihre sportliche Betätigung so drastisch einzuschränken und versuchen stattdessen, ihre Kalorienaufnahme zu erhöhen, während sie ihren Sport weiterhin auf gleichem Niveau oder nur mäßig reduziert treiben. Aber Sport allein für sich, unabhängig von den Essgewohnheiten, hat mehrere Auswirkungen, die den Zyklus unterdrücken. Opioide — die stimmungsfördernden Chemikalien, die durch Bewegung entstehen — hemmen die Sekretion von GnRH, eines wichtigen Fortpflanzungshormons. Übermäßiges Training unterdrückt auch Leptin, das die Freigabe von GnRH anregt. Schließlich erhöht körperliche Anstrengung die Ausschüttung von Cortisol — und das ist ein Zeichen von physiologischem Stress.

Wenn du Probleme damit hast, deine sportliche Tätigkeit zu reduzieren, denk daran, dass es nur vorübergehend ist. Viele Frauen, die sich von hypothalamischer Amenorrhö erholen, sind in der Lage, später wieder ihre ursprüngliche Übungsroutine aufzunehmen, ohne wieder ihre Zyklen zu verlieren. Aber es ist sehr schwierig, deine Zyklen bei gleichzeitigem intensivem Training zurückzugewinnen.

Selbst eine stark reduzierte Übungsroutine kann immer noch zu viel sein, um deine Zyklen zurückkehren zu lassen. Wenn du beim Sport zurückgeschaltet und deine Kalorienaufnahme erhöht hast und nach einigen Monaten noch immer keine Monatsblutung bekommst, versuche, dich auf Gehen (gemütliche Spaziergänge, keine extremen Bergwanderungen) und Yoga (Entspannungsyoga, nicht Bikram) zu beschränken.

Wie viel soll ich essen, um meine Zyklen zurückzubekommen?

Wenn du dich von hypothalamischer Amenorrhö erholst, ist jedes Essen gutes Essen. Was dein Körper braucht, um sich zu erholen, sind Kalorien, und es spielt wirklich keine große Rolle, ob diese Kalorien von Grünkohl und Quinoa oder von Donuts und Schokolade kommen. In der Tat sind Donuts wahrscheinlich besser für dich als der Kohl, da der Verzehr von ballaststoffreichen, kalorienarmen Lebensmitteln dir leicht ein Sättigungsgefühl gibt, bevor du genug Kalorien konsumiert hast. (Versuche mal, 500 Kalorien in Form von Brokkoli zu dir zu nehmen. Es wird sich nicht sehr gut anfühlen — oder gut riechen!)

Es gibt einige hilfreiche Lebensmittel, die man hervorheben sollte:

  • Vollmilchprodukte: Neuere Studien haben ergeben, dass Frauen, die mindestens einmal pro Tag ein Vollmilchprodukt essen, weniger Eisprungprobleme haben als diejenigen, die fettarme oder fettfreie Milchprodukte verzehren. Östrogen löst sich in Fett auf und ist daher in Vollmilch vorhanden.
  • Einfache Kohlenhydrate: Du hast dir vielleicht angewöhnt, Zucker, Weißbrot und Nudeln zu meiden, aber diese und andere Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index können besonders hilfreich sein, um dir deine Monatsblutung wiederzugeben. Hohe Glukosekonzentrationen im Körper führen dazu, dass deine GnRH-Nervenzellen schneller feuern, was zu einer erhöhten Produktion von FSH und LH — und mehr wachsenden Eizellen — führt!

Belastungsübungen sind gut für die Knochenmasse. Wird dadurch der Knochenverlust, der durch hypothalamische Amenorrhö verursacht wird, ausgeglichen?

Leider nicht. Die positiven Auswirkungen von Belastungsübungen auf Knochen sind nicht ausreichend, um die negativen Auswirkungen von Östrogenmangel zu verhindern.

Wie viel Gewicht muss ich zunehmen?

Bei Studien, die Frauen nachverfolgten, die sich von hypothalamischer Amenorrhö erholt haben, führte die Gewichtszunahme zu einem BMI von 22-23. Aber jeder Mensch ist anders. Wie viel hast du gewogen, als du zum ersten Mal deine Regelblutung bekommen hast? Wie viel Gewicht hast du verloren, bevor sie aufgehört hat? Wenn du dich nur körperlich überanstrengt und nicht wirklich deine Nahrungsaufnahme eingeschränkt hast, kannst du deine Monatsblutung vielleicht einfach dadurch zurückgewinnen, dass du beim Sport kürzer trittst, ohne allzu viel Gewicht zuzunehmen. Eine Studie ergab, dass verletzte Tänzerinnen wieder ihre Monatsblutungen bekamen, als sie nicht trainieren konnten, obwohl sich ihr Körpergewicht nicht änderte.

Sollte ich die Pille nehmen, während ich mich von der hypothalamischen Amenorrhö erhole?

Wenn du möglichst schnell schwanger werden willst, sind orale Verhütungsmittel offensichtlich keine Option. Aber für Frauen, die nicht sofort schwanger werden wollen, verschreiben manche Ärzte die Antibabypille. Der Gedanke dahinter ist, dass hypothalamische Amenorrhö bedeutet, dass du niedrige Konzentrationen der Hormone hast, die vor Knochenverlust schützen, und die Antibabypille kann dazu beitragen, dies auszugleichen. Allerdings ist die Zunahme der Knochenmineraldichte, die in der Regel die Rückkehr von natürlichen Zyklen begleitet, deutlich größer als jede, die durch eine Behandlung mit Antibabypillen oder einer anderen Östrogenbehandlung erreicht werden kann. Mit anderen Worten: Antibabypillen werden nicht so viel helfen wie Veränderungen des Lebensstils und sie können das zugrunde liegende Problem verschleiern. Das wichtigste Werk zum Thema Erholung von der hypothalamischen Amenorrhö und Schwangerschaft ist wohl No Period Now What (Keine Periode, was nun).

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