Heterotopische Schwangerschaft

Bei einer heterotopischen Schwangerschaft liegt eine Schwangerschaft innerhalb und eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter vor. Mit anderen Worten ist ein Embryo normal in der Gebärmutter und ein weiterer im Eileiter eingenistet. Unter normalen Umständen (also bei natürlicher Befruchtung) ist die Wahrscheinlichkeit für eine heterotopische Schwangerschaft sehr gering (eine von 30 000 Schwangerschaften ist heterotopisch). Bei einer künstlichen Befruchtung steigt die Wahrscheinlichkeit jedoch auf 1:100. Besonders bei Frauen, denen bei einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) mehr als fünf Embryos eingesetzt werden, ist die Wahrscheinlichkeit einer heterotopischen Schwangerschaft mit 1:45 recht hoch.

Wie eine Eileiterschwangerschaft ist auch eine heterotopische Schwangerschaft unter normalen Umständen schwer zu diagnostizieren. Eine Möglichkeit der Erkennung ist zwar der hCG-Bluttest, doch auch damit kann es schwierig werden, da ja gleichzeitig eine normale Schwangerschaft vorliegt, die die Blutwerte beeinflusst. Etwa 85 Prozent dieser Fälle bleiben bis zum Riss des Eileiters unerkannt. Durch eine Kombination von Blutuntersuchungen und Vaginalultraschall kann eine heterotopische Schwangerschaft erkannt werden und in der Hälfte aller Fälle wird die Eileiterschwangerschaft innerhalb von zwei Wochen nach Erkennen der normalen Gebärmutterschwangerschaft festgestellt.

Die Behandlung einer heterotopischen Schwangerschaft muss mit größter Vorsicht erfolgen, vor allem, weil die Lebensfähigkeit der normalen Schwangerschaft möglichst erhalten bleiben soll. In manchen Fällen wird eine Lapraskopie (ein minimal-invasives Verfahren, bei dem ein kleiner Schnitt von ca. 1,2 Zentimeter angesetzt und ein kleines, schmales Gerät, das so genannte „Lapraskop“ eingeführt wird) durchgeführt, um die Eileiterschwangerschaft vor einem möglichen Riss zu entfernen, ohne dass die Gebärmutterschwangerschaft gefährdet wird. Dieser Eingriff ist sehr gefährlich und das Risiko einer Fehlgeburt ist selbst nach der Behandlung der Eileiterschwangerschaft noch erhöht.

Obwohl die Möglichkeiten der Behandlung und auch die Erforschung der heterotopischen Schwangerschaft sehr eingeschränkt sind, konzentrieren sich die Reproduktionsmediziner immer mehr auf die Suche nach weiteren Lösungen, da durch den steigenden Einsatz von IVF und anderen künstlichen Befruchtungsverfahren heterotopische Schwangerschaften immer mehr zunehmen.

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