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Es fehlen Daten zur Frauengesundheit — Ava leistet Pionierarbeit für eine Lösung

Wir leben in einer Welt, die von und für Männer gemacht ist. Der männliche Körper galt lange Zeit als De-facto-Standard, während der Körper der Frau nur als kleinere Version davon gesehen wurde.

Aus diesem Grund wurde die weibliche Anatomie bei Entscheidungen nicht berücksichtigt, was weitreichende Folgen hatte. Der Körper der Frau wurde bei den unterschiedlichsten Themen, von der Planung von Bürgersteigen bis hin zur Entwicklung von Medikamenten, nicht berücksichtigt. Von kritischen Entscheidungen, wann ein Verbraucherprodukt als sicher gilt, bis hin zu dem Design von Smartphones.

Unsere Gesellschaft sammelt eine Menge Daten – aber mehrheitlich Daten von Männern. Diese Ungleichheit, die sogenannte „Geschlechter-Datenlücke“ („gender data gap“), erhält in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit. Das Thema wurde in TV-Programmen und Zeitungen, wie Vox, The Guardian und Scientific American, um nur einige wenige zu nennen, behandelt.

Auf den ersten Blick hört es sich so an, als ob diese Geschlechter-Datenlücke nur kleine Unannehmlichkeiten zur Folge hat: Die Hände von Frauen sind zu klein für Handys und ihre Füße erreichen nicht die Pedale der Autos. Es ist vielleicht einfach nur bedauerlich, dass Apple eine Gesundheits-App eingeführt hat, mit der die Nutzer so etwas Ungewöhnliches wie die Einnahme von Selen verfolgen können, aber keine Optionen für die Menstruation berücksichtigt hat.

Aber wenn man genauer hinsieht, zeigt sich, dass diese Lücke für Frauen gefährlich ist. Man muss berücksichtigen, dass Frauen mit einer 17 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit als Männer bei einem Autounfall sterben. (Und 47 Prozent wahrscheinlicher schwer verletzt werden.) Wenn man die Lücke bei der Frauengesundheit gezielt eingrenzt, wird klar, dass Frauen lange Zeit Medikamente genommen haben und Eingriffe bei Frauen durchgeführt wurden, die am Mann getestet wurden, für Frauen aber nicht geeignet oder nicht einmal sicher waren.

Insbesondere herrscht weitgehende Unwissenheit über den Menstruationszyklus. Wir beginnen erst langsam zu verstehen, wie er die körperliche und geistige Gesundheit beeinflusst.  Die hormonellen Schwankungen und körperlichen Veränderungen während des Menstruationszyklus sind unter anderem der Grund dafür, dass einige Medizinforscher Frauen nicht in klinische Studien aufgenommen haben. Laut Invisible Women, einem neuen Buch der britischen Journalistin und feministischen Aktivistin, Caroline Criado Perez, sagen Medizinforscher, dass der weibliche Körper „starken Hormonschwankungen unterliegt und zu kompliziert zu messen ist“. Und ein schockierendes Beispiel für die Gefahren, die damit einhergehen, wird in dem Buch von Perez dargelegt: Ein Medikament, das Herzinfarkte verhindern sollte, löste an einem bestimmten Zeitpunkt des Menstruationszyklus bei Frauen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt aus.

Aus diesem Grund setzen wir bei Ava uns so enorm dafür ein, diese Lücke zu schließen. Die Vision von Ava als Unternehmen besteht darin, Frauen langfristig zu begleiten und ihnen wissenschaftliche und datengestützte Einblicke in alle Phasen der Fortpflanzung zu geben. Dies geschieht gezielt durch klinische Forschung und künstliche Intelligenz. In diesem Monat sind wir stolz darauf, bekannt zu geben, dass unsere klinische Studie über den Menstruationszyklus in einem Peer-Reviewed Medical Journal veröffentlicht wurde. Unsere Studie bietet beispiellose Einblicke in die physiologischen Veränderungen, die in den unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus ablaufen.

Laut der Non-Profit-Organisation Women Deliver, „gibt es immer noch eine große Geschlechterlücke im Bereich der Gesundheitsinnovation. Eine der größten Herausforderungen sind begrenzte geschlechterdifferenzierte Daten in Bezug auf Krankheiten, was zu fehlenden Informationen über Geschlechterunterschiede bei Krankheiten führt und damit zu einer dauerhaften Geschlechterlücke bei klinischen Studien – sowohl bei Frauen, die an Medikamentenstudien teilnehmen, als auch bei der Verfolgung von Auswirkungen bestimmter neuer Arzneimittel auf das Leben von Frauen.“

Die Humboldt Universität in Berlin hat das Problem, dass Frauen von klinischen Studien ausgeschlossen werden, ebenfalls genauer untersucht und herausgefunden, dass viele Studien nicht einmal das Geschlecht der Probanden angeben. Bei den Studien mit Angabe des Geschlechts waren „Frauen sowohl bei den Interventionsgruppen als auch den Kontrollgruppen in 19 % der Studien unterrepräsentiert“.

Ein weiteres Problem dabei: Auch wenn Daten sowohl für Männer als auch für Frauen erhoben werden, werden sie häufig nicht getrennt betrachtet – was bedeutet, dass die Daten nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden und auf Unterschiede untersucht werden.

Ava ist darauf spezialisiert, das wissenschaftliche Verständnis des weiblichen Körpers und seiner Gesundheit zu fördern. Unser Ziel ist es, den Menstruationszyklus umfassend zu verstehen, damit wir nicht nur Produkte entwickeln können, die das Leben der Frauen verbessern, sondern auch damit wir Frauen wichtige Informationen über ihre Gesundheit näherbringen können und sie mit diesem Wissen befähigen und wappnen.

Unser clinical Paper zeigte, dass die Körpertemperatur nicht das einzige physiologische Anzeichen ist, das sich während des Menstruationszyklus ändert. Tatsächlich sehen wir Veränderungen in fünf unterschiedlichen Anzeichen während des Zyklus und indem wir diese Anzeichen gleichzeitig verfolgen, können wir in Echtzeit feststellen, wann eine Frau fruchtbar ist. Lange Zeit herrschte das Verständnis vor, dass der Menstruationszyklus nur ein einziges Anzeichen hat – die Temperatur –, das sich im Verlauf des Zyklus ändert. Jetzt können wir erstmals zeigen, dass zusätzliche Anzeichen, die gleichzeitig erhoben werden, nützlich für die Verfolgung der Fruchtbarkeit sind.

Warum hat es so lange gedauert, mehr über die anderen Anzeichen zu verstehen, die sich neben der Temperatur auch verändern? Die Antwort bringt uns zurück zu der so lange unbestrittenen Annahme, dass der männliche Körper das „Grundmodell“ und der weibliche Körper lediglich eine Variante davon ist. Jedoch können auch Algorithmen und Technologien unser Wissen über die Gesundheit von Frauen vertiefen und diese Vorurteile bekämpfen. Und wir bei Ava möchten genau das tun. Diese Studie ist ein großer Schritt, aber wir kratzen erst an der Oberfläche, wenn es darum geht, die reproduktive Gesundheit der Frau zu verstehen.

Wir sind entschlossen, die Gesundheit der Frau weiter zu erforschen, und verfeinern kontinuierlich unsere Kenntnisse über den Menstruationszyklus. Wir haben uns der stetigen Fortführung unserer Forschungen verschrieben und veröffentlichen und teilen unsere Ergebnisse. Und wir werden unerschütterlich an dieser Vision festhalten, bis wir in einer Welt leben, in der Datenerhebungen und das wissenschaftliche Verständnis der menschlichen Gesundheit die Population widerspiegeln: und zwar Frauen und Männer gleichermaßen.


Lindsay Meisel

Lindsay is Ava's Head of Content. She has over a decade of experience writing about science, technology, and health, with a focus on women's health and the menstrual cycle.
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