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Fruchtwasseruntersuchung: Ist der Nutzen dieser Prozedur es wert, die Risiken einzugehen?

Die Fruchtwasseruntersuchung oder Amniozentese ist ein Test, der durchgeführt werden kann, um genetische Schäden oder chromosomale Abnormitäten beim Baby zu diagnostizieren. Dazu muss mit einer chirurgischen Nadel eine Flüssigkeitsprobe aus dem Fruchtsack entnommen werden. Aufgrund ihres invasiven Charakters und ihrer Assoziation mit einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko kann diese Prozedur furchterregend sein. Diese Untersuchung wird seit den 1950ern genutzt und sie wurde seither vielfach verbessert, sowohl was die Art ihrer Durchführung als auch was die Informationen betrifft, die man so erfassen kann.

Dennoch sind immer noch einige Risiken mit der Prozedur verbunden und nicht jede Frau muss oder will sie durchführen lassen. Dieser Artikel deckt Folgendes ab:

  • Was ist eine Fruchtwasseruntersuchung?
  • Was kann ich während des Tests erwarten?
  • Ist diese Prozedur mit Risiken für dich oder dein Baby verbunden?
  • Welche Gründe gibt es dafür, diese Prozedur nicht durchführen zu lassen?

Was ist eine Fruchtwasseruntersuchung?

Bei dieser Prozedur wird eine Probe des Fruchtwassers entnommen und auf das Vorhandensein von genetischen Abnormitäten untersucht. Dies ist nicht bei jeder Schwangerschaft nötig, aber wenn Bluttests und Ultraschalluntersuchungen, bei denen nach Abnormitäten gesucht wird, ein Warnzeichen aufzeigen, dass eventuell ein Geburtsfehler vorhanden sein könnte, kann eine Amniozentese Schädigungen wie Neuralrohrdefekte oder genetische Anomalien wie die Trisomie 21 (das Downsyndrom), das Turner-Syndrom (bei dem der Fötus nur ein einziges Geschlechtschromosom hat), die Trisomie 18 und die Trisomie 13 auf jeden Fall klarer diagnostizieren.

Normalerweise wird die Amniozentese zu Anfang des zweiten Trimesters durchgeführt. Sie kann jedoch bei Bedarf auch später durchgeführt werden, um zum Beispiel die Reife der fötalen Lunge zu beurteilen oder eine Infektion zu erkennen.

Es ist jedoch auch wichtig zu wissen, dass eine Amniozentese keinen Aufschluss über strukturelle Geburtsdefekte geben kann, wie zum Beispiel Herzverformungen oder eine Spaltlippe.

Was kann ich während des Tests erwarten?

Um die richtige Stelle zu finden, wo das Fruchtwasser entnommen werden sollte, wird dein Arzt zur Nadelführung einen Ultraschall nutzen. Dann wird der Arzt eine Probe des Fruchtwassers entnehmen (etwa zwei Teelöffel voll Flüssigkeit). Die Entnahme dauert etwa fünf Minuten, aber die gesamte Prozedur kann etwa 45 Minuten Zeit in Anspruch nehmen.

Die Fruchtwasserprobe wird dann zur Verarbeitung ins Labor geschickt und nach einigen Tagen oder eventuell Wochen stehen die Ergebnisse bereit.

Ist diese Prozedur mit Risiken für dich oder dein Baby verbunden?

Viele Frauen haben verständlicherweise Bedenken wegen eines möglichen Fehlgeburtsrisikos, das mit der Amniozentese assoziiert wird. Es ist zwar richtig, dass ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko früher wesentliche Sorgen bereitete, doch dank des technologischen Fortschritts bei der Durchführung dieser Prozedur wurde dieses Risiko deutlich verringert.

Zurzeit beträgt das Risiko einer Fehlgeburt im Zusammenhang mit einer Amniozentese bei Schwangeren etwa 1 zu 400, wobei eine solche Fehlgeburt in der Regel auf eine Infektion oder auf eine vorzeitige Einleitung der Wehen zurückführen ist. Wie bei allen Fehlgeburten ist es jedoch schwierig, den Grund dafür einem konkreten Ereignis zuzuweisen, wie zum Beispiel der Durchführung einer Fruchtwasseruntersuchung. Außerdem besteht dank der Führung durch das Ultraschallbild nur wenig Gefahr, dass das wachsende Baby verletzt werden könnte.

Anzeichen von Komplikationen, die eine sofortige ärztliche Behandlung erfordern, sind ein wässriger oder übelriechender Ausfluss während der Schwangerschaft, Kontraktionen, starke Schmerzen und Infektionsanzeichen wie Fieber und grippeähnliche Symptome. Eine leichte Schmierblutung nach einer Amniozentese ist normal, doch starke Blutungen sind auch ein Zeichen dafür, dass man sofort einen Arzt konsultieren sollte.

Welche Gründe gibt es dafür, diese Prozedur nicht durchführen zu lassen?

Eine Amniozentese kann wertvolle Informationen bereitstellen, denn sie kann dir dabei helfen, vorauszuplanen, was du tun wirst, wenn der Fötus eine Operation braucht (wie zum Beispiel eine Operation am Fötus wegen einer Spina bifida) und sie kann dir auch helfen herauszufinden, welche zusätzlichen Ressourcen du eventuell für dein Baby benötigen wirst.

Manche Frauen entscheiden sich jedoch dafür, diese Prozedur nicht durchführen zu lassen, weil sie entschlossen sind, das Baby unabhängig von den Ergebnissen einer Fruchtwasseruntersuchung auszutragen. Je nach deinen eigenen persönlichen Meinungen und moralischen Einstellungen kannst du die Wahl treffen, keine Amniozentese durchführen zu lassen. Doch wenn du dir Gedanken machst, ob diese Prozedur medizinisch ungefährlich ist, sprich mit deinem Arzt über deine Bedenken und darüber, ob diese Prozedur das Richtige für dich ist.

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