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Empfängnisrechner: Wann hat meine Empfängnis stattgefunden?

Sobald dein Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis zeigt, ist deine erste Idee wahrscheinlich, etwas wie „Empfängnisrechner“ oder „Wann war meine Empfängnis?“ in Google einzutippen. Und wenn du das tust, findest du Unmengen von Online-Rechnern, die dir versprechen, dir dein Empfängnisdatum zu berechnen. In Wirklichkeit werden dir solche Online-Rechner (die Formeln verwenden) nur eine Schätzung deines Empfängnisdatums geben können.

Bevor wir uns mit dem komplexen Prozess der Empfängnis beschäftigen, werfen wir doch einen Blick darauf, wie diese Empfängnisrechner üblicherweise vorgehen.

Wenn du bestimmen möchtest, wann deine Schwangerschaft begonnen hat, ist das Datum, nach dem du wirklich suchen solltest, der Tag der Einnistung – also der Zeitpunkt, an dem sich das befruchtete Ei in deine Gebärmutterschleimhaut eingegraben hat, was den Beginn deiner Schwangerschaft kennzeichnet. Du kannst dieses Datum mit einigen einfachen Formeln (die wir auch schon in unserem Artikel zum Einnistungsrechner abgedeckt haben) berechnen.

 Wenn du das Datum deines Eisprungs weißt, füge einfach 9* Tage hinzu.

Tag des Eisprungs + 9 Tage = Einnistungsdatum

 

Wenn du den ersten Tag deiner letzten Periode weißt, addiere 23* Tage hinzu.

Tag deiner letzten Periode + 23 Tage = Einnistungsdatum

 

*Der durchschnittliche lebensfähige Embryo nistet sich 9 Tage nach dem Eisprung ein.

*14 (durchschnittliche Anzahl der Tage zwischen dem ersten Tag der letzten Periode und dem Tag des Eisprungs) + 9 (durchschnittliche Anzahl der Tage zwischen dem Eisprung und der Einnistung) = 23 Tage

Auch hier ist es wichtig zu beachten, dass die oben genannten Formeln nur eine grobe Schätzung darstellen, die auf der Kenntnis dessen basiert, wann es im Durchschnitt bei den meisten Frauen zum Eisprung und zur Einnistung kommt. Wenn du genaue Informationen über dein persönliches fruchtbares Fenster haben möchtest, ist ein Nachverfolgen deines Zyklus wirklich hilfreich.

Wann hat meine Empfängnis stattgefunden?

Wenn du herausfinden möchtest, wann es zur Empfängnis gekommen ist, musst du zunächst wissen, dass die Empfängnis nicht unbedingt mit dem Beginn der Schwangerschaft gleichzusetzen ist. Es ist vielmehr ein zweiteiliger Prozess, der sowohl die Empfängnis (also die Befruchtung des Eis nach dem Eisprung) als auch die Einnistung umfasst.

Was ist der Eisprung?

Während der Follikelphase — der ersten Hälfte des Zyklus — wachsen die mit Flüssigkeit gefüllten Säcke in den Eierstöcken (Follikel), die unreife Eier enthalten. Einer der Follikel wird dominant werden und beginnen, Östradiol abzusondern, was zu einem Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) führen wird. Dieser Anstieg führt dazu, dass das Follikel aufreißt und ein reifes Ei freisetzt, das dann beginnt, sich durch die Eileiter zu bewegen, die die Eierstöcke mit der Gebärmutter verbinden.

Die resultierende Freisetzung des Eis — die vom LH-Anstieg ausgelöst wird — nennt man Eisprung. Wenn du dich fragst, wann der Eisprung eintritt, so variiert das von Frau zu Frau, aber im Durchschnitt kommt es dazu etwa 14 Tage nach Beginn der Regelblutung. (Wir wiederholen nochmals: Wenn du deinen Zyklus nachverfolgst, wirst du genauer wissen, wann du den Eisprung hast, anstatt eine Formel zu verwenden, um zu einer Schätzung zu gelangen.)

Sobald eine Eizelle freigesetzt wird, muss sie innerhalb von 12 bis 24 Stunden befruchtet werden. Danach ist das Ei nicht mehr lebensfähig. Die gesündesten Spermien können dagegen innerhalb des Körpers einer Frau bis zu fünf Tage lebensfähig bleiben, wenn fruchtbarer Gebärmutterschleim vorhanden ist. Da dieses fruchtbare Fenster relativ kurz ist, kann dir die Nutzung eines Eisprungrechners oder das Führen eines auf aktuellem Stand gehaltenen Eisprung- oder Fruchtbarkeitskalenders helfen, einen Überblick über die beste Zeit zum Schwangerwerden zu bekommen. (Die kurze Antwort? Geschlechtsverkehr zwei bis drei Tage vor deinem Eisprung!)

 

Schließlich muss die nun befruchtete Eizelle ihre Reise zur Gebärmutter vollenden und sich in der Gebärmutterwand einnisten. Die Einnistung erfolgt normalerweise 8 bis 10 Tage nach dem Eisprung.

 

Wenn einer dieser Schritte fehlschlägt, stirbt das Ei und wird während der nächsten Periode ausgeschieden, und der Eisprungprozess beginnt im nächsten Monat wieder von Neuem.

Wann ist mein Entbindungstermin?

Sobald bestätigt wurde, dass du schwanger bist, möchtest du natürlich wissen, wann du die Ankunft deines Babys erwarten kannst. Wenn du dein Empfängnisdatum kennst, hilft es bei der Schwangerschaftsverfolgung. Noch wichtiger ist, dass diese Studie gezeigt hat, dass es die Schwangerschaftsergebnisse positiv beeinflusst, wenn man den Entbindungstermin kennt, da es Ärzten ermöglicht, bessere Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel, ob sie die Wehen einleiten sollen oder nicht. (Lies dir dazu auch diesen Artikel von uns durch: Wie viele Wochen schwanger.)

Traditionell wird dein voraussichtlicher Entbindungstermin durch das Hinzufügen von 280 Tagen zum ersten Tag deiner letzten Regelblutung bestimmt. Diese Praxis geht jedoch davon aus, dass dein Menstruationszyklus 28 Tage lang ist und dass der Eisprung am 14. Tag nach dem Beginn der Regelblutung stattfindet. Bei vielen Frauen verläuft der Zyklus jedoch anders. Die Nutzung des 28/14-Modells berücksichtigt auch dann, wenn der erste Tag deiner letzten Monatsblutung bekannt ist, nicht die Unregelmäßigkeiten bei den Zykluslängen oder die Variabilität beim Zeitpunkt des Eisprungs. 

Wie exakt sind Empfängnisrechner?

Rechner, die das Empfängnisdatum und den Entbindungstermin berechnen, eignen sich gut dazu, den ungefähren Entbindungstermin zu berechnen. Du darfst dabei jedoch nicht vergessen, dass es sich um grobe Schätzungen handelt, die nicht die Variabilität deines persönlichen Zyklus berücksichtigen.

Bei der Bestimmung des Gestationsalters eines Fötus können Ärzte verschiedene Diagnosemethoden anwenden. Die vielleicht am meisten verbreitete orientiert sich am Datum deiner letzten Monatsblutung. Andere Methoden sind die Datierung der Schwangerschaft anhand des LH-Anstiegs, der kurz vor dem Eisprung zu verzeichnen ist, die Messung von hCG, das erst im Körper freigesetzt wird, wenn sich ein Ei erfolgreich in der Gebärmutter einnistet, und die Messung des Fötus während der Ultraschalluntersuchungen im ersten und zweiten Trimester.z

Unterscheiden sich Online-Empfängnisrechner von dem „Rad“, das mein Arzt benutzt?

Wenn du deinen Arzt aufsuchst, um deine Schwangerschaft zu besprechen, benutzt der Arzt vielleicht einen Gestationsrechner, der als Schwangerschaftsrad bezeichnet wird. Wie viele andere Empfängnisrechner, orientiert sich das Schwangerschaftsrad am Datum deiner letzten Regelblutung. Durch die Verschiebung einer Lage des Rades auf das entsprechende Datum deiner letzten Monatsblutung werden weitere wichtige Daten (wie dein mögliches Entbindungsdatum) angezeigt.

Die Angaben, die man vom Schwangerschaftsrad und vom Empfängniskalender erhält, sind die gleichen. Allerdings hilft ein Schwangerschaftsrad nicht nur bei der Bestimmung des voraussichtlichen Entbindungstermins, sondern bietet auch zusätzliche Informationen über die verschiedenen Stadien der Schwangerschaft, wie das geschätzte Gewicht des Fötus und die optimalen Zeitpunkte für verschiedene Arten von pränatalen Vorsorgeuntersuchungen.

Vor ein paar Jahren erfand das American College of Obstetricians and Gynaecologists das Schwangerschaftsrad neu als eine App und empfiehlt nun die Verwendung dieser App anstelle des bisherigen physischen, plastischen Rades.

 

Warum ist mein berechneter Entbindungstermin anders als der von meinem Ultraschall?

Ein Empfängniskalender verwendet das Datum deiner letzten Monatsblutung, um deinen voraussichtlichen Entbindungstermin zu berechnen. Bei einer Ultraschalluntersuchung wird dagegen das geschätzte Gestationsalter eines Embryos oder Fötus durch biometrische Messungen bestimmt. In der Regel gehört dazu die Messung der Scheitel-Steiß-Länge (SSL) des Embryos oder Fötus. Im ersten Trimester sind Embryogrößen ziemlich konstant. Durch den Vergleich der gemessenen Größe deines Embryos oder Fötus mit der etablierten Norm ist es möglich, sein Gestationsalter genauer zu bestimmen.

Nach den klinischen Richtlinien der Society of Obstetricians and Gynaecologists of Canada (Gesellschaft der Geburtshelfer und Gynäkologen von Kanada) ist das Entbindungsdatum, das vom Ultraschall abgeleitet wird, für die klinische Anwendung am besten. (Es wird dir jedoch nicht das genaue Datum der Empfängnis mitteilen, da dabei Faktoren wie die biologische Variabilität der Fortpflanzung, fetale Größe und Entwicklung eine Rolle spielen.)

 

Kann sich ein Empfängnisrechner irren?

 

So sehr du auch den genauen Zeitpunkt der Empfängnis (und damit auch deinen voraussichtlichen Geburtstermin) wissen möchtest, kann der Empfängnisrechner diesen nur schätzen und die Schätzung kann durchaus falsch sein. Ein unregelmäßiger Zyklus, eine längere oder kürzere Follikelphase als beim Durchschnitt der Frauen oder ein früherer oder späterer Zeitpunkt der Einnistung können allesamt deinen Entbindungstermin beeinflussen.

 

Eine Studie, die im International Journal of Gynaecology & Obstetrics veröffentlicht wurde, ergab, dass unabhängig von der verwendeten Datiermethode nur 5 % der Frauen tatsächlich zu ihrem errechneten Entbindungstermin gebären; 66 % der Geburten ereignen sich innerhalb einer Woche vor oder nach dem errechneten Entbindungstermin.


Lindsay Meisel

Lindsay Meisel is the Head of Content at Ava. She has over a decade of experience writing about science, technology, and health, with a focus on women's health and the menstrual cycle. Her work has been featured on The Fertility Hour, The Birth Hour, The Breakthrough Journal, and The Rumpus.

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