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Geburtsvorbereitung

Die Stadien der Geburt: Was im Verlauf einer Geburt auf dich zukommt

Die Stadien der Geburt verlaufen von Frau zu Frau verschieden. Manche Geburten dauern lange, andere sind kürzer, einige Frauen erleben eine lange Eröffnungsphase und eine kurze Austreibungsphase und bei anderen Frauen ist es genau umgekehrt.

Auch wenn jede Frau die Geburt anders erleben wird, gibt es drei Stadien, die alle Frauen im Allgemeinen durchlaufen, wobei die Dauer der einzelnen Stadien von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein kann. In diesem Artikel werden die folgenden Fragen beantwortet, damit du weißt, was in den einzelnen Stadien passiert:

  • Welches sind die drei Stadien der Geburt? Was betrachten manche medizinischen Experten als viertes Stadium?
  • In welchem Stadium muss ich ins Krankenhaus?
  • Woran kann ich sicher erkennen, dass der Geburtsvorgang begonnen hat?

Wie viele Geburtsstadien gibt es?

Der Geburtsvorgang wird in drei Stadien bzw. Phasen unterteilt (mitunter auch in vier):

  1. Eröffnungsphase
  2. Übergangsphase
  3. Austreibungsphase
  4. Manche medizinischen Fachkräfte betrachten die Nachgeburtsphase als vierte Phase der Geburt.

Was passiert während der ersten Geburtsphase?

Hier ein Überblick zu den wichtigsten Abläufen in der Eröffnungsphase, also in der ersten Phase der Geburt:

Muttermund (Cervix) Erweitert sich, bis die Öffnung etwa drei Zentimeter groß ist
Wehendauer 30 bis 45 Sekunden
Wehenfrequenz Im Abstand von 5 bis 30 Minuten, kann unregelmäßig sein
Wehenstärke Beginnt leicht und wird zunehmend stärker
So fühlen sich die Wehen an Wie Kreuzschmerzen, Regelschmerzen und/oder Druck im Becken
Phasenlänge Sehr variabel, von mehreren Stunden bis hin zu Tagen

Was passiert während der zweiten Geburtsphase?

Hier ein Überblick zu den wichtigsten Abläufen in der Übergangsphase, also in der zweiten Phase der Geburt:

Muttermund (Cervix) Erweitert sich, bis die Öffnung etwa vier bis sieben Zentimeter groß ist
Wehendauer 45 bis 60 Sekunden
Wehenfrequenz Im Abstand von 3 bis 5 Minuten
Wehenstärke Stärker als in der ersten Phase
So fühlen sich die Wehen an Stärker, länger und intensiver als in der Eröffnungsphase
Phasenlänge Dauert ungefähr 3 bis 5 Stunden

Was passiert während der dritten Geburtsphase?

Hier ein Überblick zu den wichtigsten Abläufen in der Austreibungsphase, also in der dritten Phase der Geburt:

Muttermund (Cervix) Erweitert sich, bis die Öffnung etwa sieben bis zehn Zentimeter groß ist
Wehendauer 60 bis 90 Sekunden
Wehenfrequenz 30 Sekunden – im Abstand von zwei Minuten
Wehenstärke Sehr stark und intensiv
So fühlen sich die Wehen an Hochintensiv, können von Hitzewallungen, Kältegefühl, Übelkeit und Erbrechen mit Kontraktionen begleitet werden. In dieser Phase kann es auch sein, dass du Druck auf deinem Rektum spürst, wobei es zur Darmentleerung kommen kann
Phasenlänge Dauert ungefähr 30 Minuten bis zwei Stunden

In welcher Geburtsphase soll ich mit dem Pressen beginnen?

Sobald dein Muttermund vollständig, also zehn Zentimeter weit, geöffnet ist und der Geburtskanal frei für die Geburt des Babys ist, kannst du mit dem Pressen beginnen. Die Presszeiten können ganz unterschiedlich sein. Einige Frauen pressen weniger als eine Stunde, bei anderen können es bis über drei Stunden sein.

Welches ist das vierte Stadium bei der Geburt?

Die Nachgeburtsphase wird mitunter als vierte und letzte Phase der Geburt angesehen. Nach der Geburt des Babys und während der Nachgeburtsphase können wieder Wehen einsetzen — mit geringerer Intensität als während der Austreibungsphase — die dazu dienen, die Plazenta zu gebären. Bezüglich der Plazenta sind weder für das Aufbewahren noch für das Verzehren medizinische Vorteile belegt. Einige Frauen möchten die Plazenta jedoch für eine Lotusgeburt ganz erhalten. Dieses Thema solltest du am besten vor der Geburt mit deinem Arzt besprechen.

In der Nachgeburtsphase selbst wirst du vielleicht ein Kältegefühl spüren oder du fühlst dich etwas wackelig auf den Beinen. Einige Frauen erleben außerdem intensive Stimmungsschwankungen, die auch als „Baby Blues“ bekannt sind, höchstwahrscheinlich ausgelöst durch die rapide Verringerung von Hormonen wie Östrogen und Progesteron nach der Geburt.

Und während einige Frauen schon wenige Stunden nach der Geburt ihr Kleines stillen, kann es bei anderen einige Tage oder sogar Monate dauern, bis sie regelmäßig stillen können. Wenn du dein Kind stillen möchtest und Hilfe benötigst, solltest du dich an deine Hebamme oder an einen Stillspezialisten wenden.

In welcher Geburtsphase platzt meine Fruchtblase?

Obwohl uns viele Hollywoodstreifen etwas anderes suggerieren, ist es sehr selten, dass die Fruchtblase noch vor oder während der Eröffnungsphase platzt. Obwohl die genauen Zahlen nach wie vor umstritten sind, platzt die Fruchtblase nur bei einem Bruchteil der Frauen in einer so frühen Phase der Geburt. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die starken Wehen der Übergangsphase die Fruchtblase zum Platzen bringen werden.

Du solltest auch wissen, dass das Platzen der Fruchtblase vor der eigentlichen Geburt bzw. in der Eröffnungsphase nicht zwingend ein Anzeichen dafür ist, dass die Übergangsphase kurz bevorsteht. Einige Frauen erleben kurz nach dem Platzen der Fruchtblase starke Wehen und bei einigen kommt es zu einer Verzögerung.

Schlussfolgerung: Das Platzen der Fruchtblase kann ein Anzeichen für den Beginn der Geburt sein, doch die verlässlichsten Anzeichen, die frau bemerken kann, sind die Stärke und die Häufigkeit der Wehen. Warte also nicht das Platzen der Fruchtblase ab. Falls deine Fruchtblase bereits in der Eröffnungsphase platzt, solltest du die Uhrzeit notieren und unverzüglich deinen Arzt kontaktieren. Beim Platzen der Fruchtblase in der Eröffnungsphase kann möglicherweise eine Infektion auftreten. Es ist also das Beste, so früh wie möglich einen Arzt zu konsultieren. Dabei solltest du auch Folgendes beachten: Fruchtwasser ist für gewöhnlich farb- und geruchlos. Wenn du also Färbungen oder Gerüche bemerkst, solltest du das deinen Arzt unverzüglich wissen lassen, damit dieser etwaige Komplikationen ausschließen kann.

In welchem Stadium der Geburt sollte ich ins Krankenhaus bzw. ins Geburtszentrum gehen?

Am besten ist es, in der Übergangsphase zum Krankenhaus bzw. ins Geburtszentrum zu fahren, also wenn die Wehen stark sind und in einem Abstand von etwa fünf Minuten auftreten. Du hast vielleicht schon mal von der 5-1-1-Regel gehört. Danach wird Frauen empfohlen, zum Krankenhaus zu fahren, wenn die Wehen in einem Abstand von fünf Minuten auftreten, eine Minute andauern und dieses Muster seit einer Stunde vorliegt.

Du solltest auch Folgendes wissen: Obwohl stärkere und häufigere Wehen typischerweise mit einer weiteren Öffnung des Muttermundes einhergehen, muss dies nicht immer so sein, was problematisch ist, weil in Krankenhäusern typischerweise die Eröffnung des Muttermundes (und nicht die Stärke der Wehen) als Parameter herangezogen wird, um zu bestimmen, ob du im Krankenhaus aufgenommen wirst oder nicht. Obwohl du starke Wehen hast, kann es also sein, dass du nicht ins Krankenhaus aufgenommen wirst, weil dein Muttermund noch nicht mehr als drei Zentimeter weit geöffnet ist. Was das Ganze noch problematischer macht, ist, dass jedes Krankenhaus seine eigenen Regeln für die genaue Messung der Eröffnung des Muttermundes hat.

Falls deine Wehen also erträglich sind und sich dein Muttermund noch nicht mehr als drei Zentimeter weit geöffnet hat, wird man dir empfehlen, wieder nach Hause zu fahren. Man wird dir auch sagen, wie lange du ungefähr warten solltest, und worauf du bei deinem Wehenmuster achten solltest, bevor du wieder ins Krankenhaus zurückkommst. Bei starken Schmerzen wird man dir auch entsprechende Medikamente verschreiben, damit du die Schmerzen bis zur Aufnahme im Krankenhaus ertragen kannst.

Woran kann ich erkennen, dass die Geburt wirklich bevorsteht?

Je nachdem, in welcher Schwangerschaftswoche du bist, kann es sein, dass jeder Krampf oder jeder noch so geringe Schwangerschaftsausfluss als potenzielles Anzeichen für die bevorstehende Geburt wahrgenommen wird. Und falls bei dir Braxton-Hicks-Kontraktionen aufgetreten sind, kann es besonders schwierig sein, den Unterschied zwischen diesen „Übungswehen“ und den „richtigen“ Geburtswehen zu erkennen.

Die Wehen sind wirklich der entscheidende Faktor, um die bevorstehende Geburt erkennen zu können. Geburtswehen kannst du an folgenden Merkmalen erkennen:

  • Die Wehen werden zunehmend stärker und intensiver
  • Der Abstand zwischen den Wehen wird immer geringer
  • Beim Wechseln der Position oder Aktivität klingen die Wehen nicht ab
  • Die Wehen spürst du üblicherweise im unteren Rücken- und im Beckenbereich (nicht im oberen Bauchbereich, wie es bei den Braxton-Hicks-Kontraktionen in der Regel der Fall ist)

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