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Deine Plazenta: Was ist dieses Organ und solltest du es essen?

Die Plazenta ist ein wirklich faszinierender Bestandteil deiner Schwangerschaft — es ist ein völlig neues Organ, das dein Körper neu für eine begrenzte Zeit erschafft! Dieses Organ ist außerordentlich komplex und erfüllt viele verschiedene Funktionen, um das gesunde Wachstum deines Babys zu unterstützen.

Doch beim Wachstum dieser Struktur kann es zu Komplikationen kommen, die sich negativ auf die Gesundheit deines Babys auswirken können. Und es wird heftig darüber diskutiert, ob eine Frau ihre Plazenta essen sollte oder ob es ein gefährlicher Trend ist, der mehr Schaden als Nutzen bringen kann. Dieser Artikel deckt Folgendes ab:

  • Was ist die Plazenta?
  • Welche Komplikationen gibt es in Bezug auf die Plazenta?
  • Sollte eine Frau ihre Plazenta essen?

Was ist die Plazenta?

Die Plazenta ist ein Organ, das sich zur Zeit der Einnistung zu entwickeln beginnt. Wenn eine Samenzelle das Ei befruchtet, formt sich eine Struktur, die man Blastozyste nennt. Im Inneren der Blastozyste befindet sich der Embryo; das Äußere der Blastozyste entwickelt sich zur Plazenta.

Dieses Organ fungiert als Filter zwischen der Mutter und dem Fötus. Es hat Blutgefäße, die mit der Mutter verbunden sind und Blutgefäße, die mit dem Fötus verbunden sind. Es gibt also keinen direkten Blut-zu-Blut-Kontakt zwischen Mutter und Fötus – alles wird durch diese komplizierte Struktur gefiltert. Nährstoffe und Sauerstoff werden durch die Plazenta gefiltert und an den Fötus weitergegeben und Abfallstoffe werden herausgefiltert und vom Fötus abgeleitet.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum die Östrogen- und Progesteronkonzentrationen während der Schwangerschaft so viel stärker ansteigen als während deines Menstruationszyklus? Wegen der Plazenta! Sie wirkt nicht nur als ein wichtiger Filter, sondern sie ist auch ein endokrines Organ, das Hormone aufbauen kann.

Welche Komplikationen gibt es in Bezug auf die Plazenta?

Die Plazenta wächst normalerweise und haftet sich an der oberen oder seitlichen Wand deiner Gebärmutter an. Man kann sie per Ultraschall ab etwa der 18. Schwangerschaftswoche sehen und dein Arzt wird sich bei den Untersuchungen immer wieder ihre Position und Größe notieren. Das ist wichtig, weil es in Bezug auf die Plazenta zu folgenden Komplikationen kommen kann:

  • Die „Placenta praevia“ ist eine Fehllage der Plazenta, bei der die Plazenta zu niedrig liegt oder den Muttermund verdeckt, wodurch sie einer vaginalen Geburt im Weg steht. In diesem Fall muss das Baby durch Kaiserschnitt entbunden werden. Risikofaktoren für dieses Problem sind Rauchen während der Schwangerschaft, Mehrlingsschwangerschaften und frühere Kaiserschnittgeburten.
  • Eine „Placenta accreta“ entsteht, wenn die Blutgefäße der Plazenta so tief in die Gebärmutterwand hineinwachsen, dass sie sich während der Kindesgeburt nicht ablösen, was zu einem starken Blutverlust führt. Dies kann bei der Ultraschalluntersuchung festgestellt werden, indem man nach übermäßiger Vaskularität Ausschau hält (d. h. nach ungewöhnlich starkem Blutfluss in den Uterus). Viele Frauen mit einer Placenta praevia haben auch eine Placenta accreta; daher ist es ein Warnzeichen für beide Probleme, wenn man diese Struktur niedrig angesetzt findet.
  • Plazentainsuffizienz ist ein weit gefasster Begriff, der darauf hinweist, dass die Plazenta dem Baby nicht ausreichend Nährstoffe bzw. Blut zuführt. Das stellt eine ernste Komplikation für die Entwicklung des Kindes dar und kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Mutter Anzeichen einer Präeklampsie zeigt. Weil dies mit Problemen des Blutflusses zusammenhängt, kann jedes Problem, das die vaskuläre Gesundheit der Mutter beeinträchtigt (wie Diabetes oder Bluthochdruck), das Risiko einer Plazentainsuffizienz erhöhen. Früherkennung ist ausschlaggebend, um dieses Problem zu bewältigen.
  • Von einer vorzeitigen Plazentalösung spricht man, wenn sich die Plazenta zu früh von der Gebärmutter ablöst, was zu einem blutigen Ausfluss während der Schwangerschaft, zu Unterleibsschmerzen, Gebärmutterschmerzen, Kontraktionen und einer schnellen Herzschlagfrequenz des Fötus führen kann. Dazu kann es zu jedem Zeitpunkt während der Schwangerschaft kommen, doch am häufigsten ereignet sich dies während des dritten Trimesters. Das Ausmaß der Plazentalösung kann leicht bis schwerwiegend sein, wobei Ersteres nur Ruhe und Überwachung braucht und Letzteres eine Notfallentbindung erfordert. Wenn du also während dieser Zeit eine vaginale Blutung feststellst, konsultiere sofort einen Arzt.

Sollte eine Frau ihre Plazenta essen?

Es gibt keine wissenschaftlichen Nachweise dafür, dass das Essen der Plazenta die postpartale Depression lindert, die Milchproduktion verbessert oder einen besonderen Nährwert hat[1.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28859955]. Eine kleine, placebokontrollierte Versuchsreihe ergab, dass der im Vergleich zum Placebo höhere Eisengehalt der Plazentapillen keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die mütterlichen Eisenwerte hatte[2.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27809380].

Wichtiger, als bei der Wahl der besten pränatalen Vitamine, ist allerdings das Problem, den Frauen, die ihre Plazenta essen wollen, die sicherste Methode des Plazentaverzehrs zu empfehlen, da die FDA diesen Vorgang nicht reguliert. Unlängst hat das Zentrum für Krankheitskontrolle Frauen vor dieser Praxis gewarnt, weil sich ein höchst gefährlicher Fall ereignet hatte, bei dem Bakterien in Plazentapillen beim Baby zu einer ernsten Infektion geführt hatten[3. https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/66/wr/mm6625a4.htm]. Aus diesem Grund kann es äußerst riskant sein, deine Plazenta zu essen.

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