AvaWorld

Schwangerschaft

COVID-19-Impfung vor, während und nach der Schwangerschaft

is the COVID vaccine safe for pregnancy

Essentielles zum Mitnehmen

  • Keiner der derzeit zugelassenen Impfstoffe wurde bei schwangeren oder stillenden Frauen untersucht.
  • Laut den US-amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) ist es unwahrscheinlich, dass der COVID-19-Impfstoff ein spezifisches Risiko für Schwangere darstellt.
  • Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, sollten Frauen sowohl das Impfrisiko als auch das Risiko von COVID-19 bewerten.

Falls eine Schwangerschaft während einer globalen Pandemie also nicht schon stressig genug ist, müssen Schwangere jetzt auch mit der Entscheidung ringen, ob sie sich gegen COVID-19 impfen lassen sollen.

Zum momentanen Zeitpunkt sind zwei COVID-19-Impfstoffe in der EU und der Schweiz zugelassen, einer von Pfizer-BioNTech und einer von Moderna. (Weitere Zulassungen werden in Kürze erwartet.) Keiner dieser beiden wurde an schwangeren oder stillenden Frauen untersucht.

Weltweit haben große medizinische Organisationen aufgrund des Datenmangels widersprüchliche Empfehlungen für schwangere Frauen herausgegeben.

In den USA sagen die Centers for Disease Control (CDC), das American College for Obstetricians and Gynecologists (ACOG) und die Society for Maternal Fetal Medicine, dass es auf die Gruppe ankommt, der die schwangere Frau angehört (z. B. medizinische Fachkräfte oder Lehrpersonen): wenn diese für die Impfung qualifiziert ist, soll sich auch die schwangere Frau für die Impfung entscheiden können. Und in Israel hat das israelische Gesundheitsministerium kürzlich seine Richtlinien aktualisiert und empfiehlt nun schwangeren Frauen, sich impfen zu lassen.

Die Weltgesundheitsorganisation hingegen empfiehlt die Impfung nur für Schwangere mit hohem Expositionsrisiko, wie z. B. Angestellte im Gesundheitswesen. Und in Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) grundsätzlich keine Impfung während der Schwangerschaft, sagt aber, dass schwangeren Frauen mit Vorerkrankungen der Impfstoff angeboten werden könne.

Die Meinungsverschiedenheiten unter medizinischen Experten und das Fehlen von Studien haben die Tür für eine Lawine von falschen Informationen geöffnet, die sich an Schwangere, Stillende und Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter richten, indem sie zum Beispiel fälschlicherweise behaupten, dass diese Impfstoffe beispielsweise die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Die Angstmacherei im Internet über die unbekannten Eigenschaften des Impfstoffs kann die Bedrohung verschleiern, die COVID-19 für Schwangere darstellt, zumal diese einem höheren Risiko ausgesetzt sind als andere Frauen im gleichen Alter.

In Israel hat man vor kurzem damit begonnen, schwangere Frauen zu impfen. Der dortige Gesundheitsminister, Yuri Edelsen, sagte kürzlich zur Jerusalem Post: „Wenn ich mir die schrecklichen Fälle bei einer Reihe von schwangeren Frauen ansehe, die schwer am Coronavirus erkrankt sind, sage ich mir, auch wenn ich kein Arzt bin, dass es wahrscheinlich besser ist, das kleine Risiko einer Impfung einzugehen, als sich in einer schrecklichen Situation im Krankenhaus aufzuhalten.“

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, je nachdem in Absprache mit vertrauenswürdigem medizinischen Fachpersonal, benötigen Frauen genaue Informationen sowohl über das Impfrisiko als auch über das Risiko von COVID-19.

Was wissen wir über die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe von Pfizer und Moderna bei Schwangeren?

Bisher wurden keine Studien an Schwangeren durchgeführt. Moderna und Pfizer-BioNTech schlossen schwangere und stillende Frauen aus ihren klinischen Studien aus – eine gängige Praxis von Pharmaunternehmen, wenn sie neuartige Behandlungen testen.

Die Studien von Pfizer-BioNTech und Moderna umfassten jedoch einige schwangere Frauen. Diese wussten entweder noch nicht, dass sie schwanger waren, als sie sich eingeschrieben haben, oder wurden während der Studie schwanger. Beruhigenderweise wurden bei diesen Frauen keine schädlichen Auswirkungen beobachtet.

Moderna hat seinen Impfstoff auch auf dessen Toxizität auf die Fortpflanzung und Entwicklung vor und während der Schwangerschaft an Ratten getestet und fand keine nachteiligen Auswirkungen – aber die Ergebnisse von Tierstudien sind nicht immer generell auf den Menschen übertragbar.

Es gibt auch biologische Gründe, die den Glauben bestärken, dass diese Impfstoffe während der Schwangerschaft sicher sind: Sie enthalten keine lebenden Viren, sondern nur sogenannte Boten-RNA (mRNA). Sie können daher keine Infektion verursachen. Die mRNA gelangt außerdem nicht in den Teil der Zelle, der ihre DNA enthält, so dass diese Impfstoffe keine genetischen Veränderungen verursachen können.

Kurz gesagt: „Basierend auf der Funktionsweise von mRNA-Impfstoffen glauben Experten, dass sie wahrscheinlich kein spezifisches Risiko für Schwangere darstellen“, so die Centers for Disease Control (CDC).

In der Vergangenheit wurden Frauen schon lange während der Schwangerschaft geimpft. Schwangere Frauen erhalten routinemäßig den Grippeimpfstoff – weil bei ihnen ein höheres Risiko besteht, durch den Grippevirus eine schwere Krankheit zu entwickeln – und auch den Tetanus-, Diphtherie- und Keuchhusten-Impfstoff (Tdap), um schützende Antikörper gegen Pertussis (Keuchhusten) an ihre Babys weiterzugeben.

Welche Empfehlungen gibt es zurzeit bezüglich der COVID-19-Impfung für Frauen, die stillen oder schwanger werden möchten?

Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass die Impfung bei Frauen, die stillen oder aktiv versuchen, schwanger zu werden, ein Risiko für den Säugling darstellt. In den USA spricht sich die ACOG in solchen Fällen sogar deutlich für eine Impfung aus.

Welche Gefahren birgt COVID-19 für Schwangere?

Die jüngsten Daten der US-amerikanischen Centers of Disease Control (CDC) deuten darauf hin, dass Schwangere im Vergleich zu anderen gleichaltrigen Frauen einem höheren Risiko ausgesetzt sind, eine schwere COVID-19-Erkrankung zu entwickeln, einschließlich Krankenhausaufenthalt, Einweisung in die Intensivstation, Beatmung, Atmungsunterstützung und Tod.

Diese Gefahren sind zwar im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen erhöht, aber die Zahlen der Erkrankten sind glücklicherweise nach wie vor niedrig. Etwa eine von 100 Schwangeren mit symptomatischer COVID-19-Erkrankung wird auf eine Intensivstation aufgenommen und drei von 1000 erhielten invasive Beatmung. Die Zahlen sind bei schwangeren Frauen mit Vorerkrankungen wie Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und Typ-2-Diabetes eventuell höher.

Welche Gefahren birgt COVID-19 für Föten und Neugeborene?

Die gute Nachricht ist, dass die überwiegende Mehrheit der Neugeborenen, die von Frauen mit COVID-19 gebärt wurden, bei Tests auf SARS-COV-2 – das Virus, das COVID-19 verursacht – ein negatives Ergebnis hatten. Bei den wenigen, die positiv auf SARS-COV-2 testeten, hatten die meisten keine oder nur milde Symptome; einige wurden in die Intensivabteilung für Neugeborene eingewiesen. Bei denjenigen, die positive Testergebnisse hatten, ist nach wie vor unklar, ob diese Babys während der Schwangerschaft von ihrer Mutter mit COVID-19 angesteckt oder erst nach der Entbindung infiziert wurden.

Wir wissen jedoch, dass COVID-19 sich bei der Mutter bis zur Plazenta ausbreiten kann. Eine kürzlich durchgeführte Studie zu Schwangerschaftsergebnissen nach einer mütterlichen Infektion (die meisten davon verliefen asymptomatisch) ergab bei über 20 % der Schwangerschaften stärkere Entzündungswerte oder einen beeinträchtigten Blutfluss über die Plazenta.

Eine COVID-19-Infektion scheint auch die Gefahr einer Frühgeburt (vor der 37. Schwangerschaftwoche) zu erhöhen. Bei schwangeren Frauen mit COVID-19 scheint ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt zu bestehen (12,9 % der Patientinnen mit COVID-19 gegenüber 10,9 % der Frauen ohne COVID-19).

Nicht alle werden diese Risiken und unbekannten Faktoren auf die gleiche Weise interpretieren. Frauen müssen ihre Expositionsrisiken, ihre Risiken für schwere Krankheiten, die Möglichkeit der Übertragung der Infektion und die Sorge über den Mangel an Sicherheitsdaten während der Schwangerschaft abwägen, um die richtige Wahl für sich selbst zu treffen.


Amy Kiefer, PhD

Amy Kiefer is a researcher by training and earned her Ph.D. from the University of Michigan. She currently lives in the Bay Area with her husband and three children where she writes about fertility, pregnancy, and breastfeeding. Check out her blog, expectingscience.com.

Related posts

Related posts

Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen Akzeptieren

This site is using first and third party cookies to be able to adapt the advertising based on your preferences. If you want to know more or modify your settings, click here. By continuing to use the site, you agree to the use of cookies.