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Schwanger werden

10 Tipps für den Umgang mit Verwandten, die gespannt auf Neuigkeiten warten (– Bist du denn endlich schwanger?)

Spätestens zum Weihnachtsfest wird sich wahrscheinlich die ganze Familie mit Freunden wieder um einen Tisch versammeln, um eine gemeinsame Mahlzeit zu genießen. Und vielleicht wird ein wohlmeinender geliebter Mensch wieder einmal „die gewisse Frage“ stellen:

Also, wann wollt ihr denn ein Baby haben?

Was ist es an diesem Babymachen, dass Freunde und Verwandte meinen, sie hätten ein Mitspracherecht? Der Prozess der Empfängnis eines Kindes – eine der intimsten Erfahrungen des Lebens – sollte nicht Gesprächsstoff am Esstisch sein, oder?

Würden dich dieselben Leute nach deinem Sexualleben fragen? Oder würden sie fragen: „Du, hast du auch so einen eiweißartigen Zervixschleim in deiner Unterwäsche gefunden?“

Nein, das würden sie natürlich nicht tun.

Schwanger zu werden ist nicht einfach etwas, das passiert, weil du „beschlossen“ hast, dass du es so willst, ebenso, wie du nicht einfach „beschließen“ kannst, dass du keine Grippe bekommen willst.

Es hilft, sich in Erinnerung zu rufen, dass diesen neugierigen Fragen ein echtes, wohlmeinendes Interesse zugrunde liegt. Doch auch die wohlmeinendsten Verwandten können ihre Neugier häufig nicht verbergen und gehen manchmal zu weit. Wir haben eine Umfrage in unseren Ava Community durchgeführt, um herauszufinden, wie Frauen auf „diese Frage“ reagieren. Anhand der Erkenntnisse aus dieser Umfrage haben wir eine Liste mit 10 Tipps zusammengestellt, wie man mit unaufgeforderten Fragen zur Familienplanung umgehen kann.

  1. Nimm es mit Humor

„Oh, wir haben es heute schon fünfmal versucht und es ist immer noch nicht passiert.“

„Babys sind zurzeit ausverkauft und wer weiß, wann sie wieder auf Lager sein werden.“

Humor ist immer eine gute Ablenkungstaktik, also warum nicht diese Gelegenheit ergreifen, um der Tölpelhaftigkeit mit einem Witz entgegenzutreten?

  1. Beantworte eine unbequeme Frage mit einer unbequemen Antwort

„Nun, wir werden wahrscheinlich zumindest damit warten, bis wir zu Hause sind.“

Vielleicht wird die Person, die fragt, beim nächsten Mal vorher überlegen, was sie sagt, da sie sich jetzt ebenso unwohl fühlt wie du dich.

  1. Weiche der Frage aus

„Wir haben Katzen.“

Genug gesagt.

  1. Weise darauf hin, dass der Fragende zu weit gegangen ist

„Ich verzeih dir, dass du diese Frage gestellt hast, wenn du mir verzeihst, dass ich sie nicht beantworte.“

Wenn du diese Antwort nutzt, sende uns bitte ein Foto, dass die Reaktion des Fragenden zeigt. Diese Antwort ist witzig, scharfzüngig und weist die Person durchaus höflich darauf hin, dass sie die Grenzlinie deiner Privatsphäre überschritten hat.

  1. Erwidere Gleiches mit Gleichem

„Ich werde probieren, schwanger zu werden, wenn du probierst, abzunehmen“

Hmm . . . das fühlt sich nicht besonders gut an, nicht wahr? (Aber der Andere hat ja damit angefangen.)

  1. Stelle dem Fragenden ein paar Fragen über sein Sexualleben.

„Und wie läuft es bei euch beiden mit dem Sex?“

Dies dürfte das Gespräch abwürgen. Und den Fragenden daran erinnern, wie intim das Thema wirklich ist. (Ich meine, wirklich.)

  1. Erinnere den Fragenden daran, dass es bei Babys keine 2-Tage-Versandgarantie gibt

„Wir bemühen uns um eine Schwangerschaft, aber wie sich herausstellt, war alles, was wir im Sexualkundeunterricht gelernt haben, falsch und es klappt meist nicht gleich beim ersten Versuch.“

Diese Antwort ist eine ausgezeichnete Kombination aus Ehrlichkeit und Humor und beugt Gerüchten vor.

  1. Nutze diese Gelegenheit, um Informationen einzuholen oder den Anderen näher zu kommen

Manche Frauen in unseren Communities wiesen darauf hin, dass diese Frage die Tür für ein Gespräch über Familiengeschichte und Fruchtbarkeit öffnen kann. Gibt es Familienmitglieder, die Fehlgeburten hatten? Oder hatte jemand Schwierigkeiten damit, schwanger zu werden? Wie sieht es mit genetischen Voraussetzungen aus – gibt es etwas, was du wissen solltest?

Eines unserer Community-Mitglieder erzählte: „Ich erfuhr, dass einige meiner Tanten Fehlgeburten hatten. Das hatte ich vorher nicht gewusst! Es hat uns einander nähergebracht.“

  1. Entwaffne sie mit Ehrlichkeit

Einige Frauen meinten, dass die beste Antwort eine ehrliche sei. Eine wies darauf hin: „Es ist nicht fair, deinen Liebsten Informationen vorzuenthalten und gleichzeitig wütend auf sie zu sein, weil sie nicht wissen, was wir ihnen nicht gesagt haben.“ Andere Frauen wiesen darauf hin, dass deine Ehrlichkeit es den Anderen erlaubt, auch offen über ihre eigenen Schwierigkeiten zu sprechen – ob sie nun mit Fruchtbarkeit zusammenhängen oder nicht – und du erkennst schnell, dass du nicht allein bist.

Ein Community-Mitglied drückte es so aus: „Die meisten Menschen, die wir kennen und die uns am Herzen liegen, wollen uns nicht mit ihrer Neugier verletzen; doch wenn wir ihnen die Wahrheit sagen, dass ihre Fragen schmerzhaft sind, wird ihnen die Sachlage klar und sie werden es zukünftig vermeiden, dir weiteren Schmerz zuzufügen.“

  1. Kläre sie auf

Die Wahrheit ist, dass wohlmeinende Verwandte und Freunde vielleicht einfach nicht die Fakten über Fruchtbarkeit kennen.

Studien haben gezeigt, dass es große Wissenslücken bezüglich Unfruchtbarkeit gibt und man oft auf wenig Verständnis stößt. Die meisten Menschen kennen zwar jemanden, der Schwierigkeiten damit hatte, schwanger zu werden oder zu bleiben, aber nur wenige Menschen verstehen wirklich, was „Unfruchtbarkeit“ eigentlich bedeutet. Die meisten Menschen wissen auch nicht, dass auch bei Paaren ohne Fruchtbarkeitsprobleme die Wahrscheinlichkeit, während eines Zyklus schwanger zu werden, nur bei rund 20 bis 25 % liegt.

Frag deine Verwandten, ob sie wissen, dass 6,1 Millionen Frauen (10 %) zwischen 15 und 44 Jahren in den Vereinigten Staaten Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden oder schwanger zu bleiben. (Im weltweiten Maßstab steigt diese Zahl auf 50 Millionen.) Oder wusstest du, dass jede vierte Frau in ihrem Leben eine Fehlgeburt erlebt?

Glücklicherweise sprechen heutzutage mehr Frauen über Fruchtbarkeit als je zuvor. Erst letzte Woche enthüllte Michelle Obama, dass sie und Barack jahrelang Schwierigkeiten hatten, schwanger zu werden, und IVF nutzten, um mit ihren beiden Töchtern Sascha und Malia schwanger zu werden.

Sei dir bewusst, dass jede Antwort, die sich richtig anfühlt, richtig ist.

Ganz gleich, ob du dich für eine scharfzüngige oder eine gefühlvolle Antwort entscheidest, eine Antwort, die dir deine Privatsphäre bewahrt, oder eine Antwort, die die Tür für ein Gespräch öffnet, einen Kommentar, der den Raum zum Schweigen bringt, oder einen, der die Menschen an deinem Esstisch aufklären könnte – es gibt einfach keine falsche Antwort. Fühle dich frei, auf Fragen und Kommentare zur Familienplanung so zu reagieren, wie du es für richtig hältst.

Wir betrachten es als unsere Aufgabe, Frauen mit Informationen über ihren Körper, ihre Fruchtbarkeit und ihre Gesundheit zu versorgen, um ihnen Kraft und Selbstbewusstsein zu geben. Wie auch immer deine Reise aussieht und wo immer du dich auf dieser Reise befindest, wir unterstützen dich.

Wir alle hier bei Ava wünschen dir schöne Ferientage.


Lindsay Meisel

Lindsay Meisel is the Head of Content at Ava. She has over a decade of experience writing about science, technology, and health, with a focus on women's health and the menstrual cycle. Her work has been featured on The Fertility Hour, The Birth Hour, The Breakthrough Journal, and The Rumpus.

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